Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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RUSSLAND  —  Land  und  Leute.

nach  1772  Jetzt  nach  1772  jetzt
Wien  228  Mell.  64  Mell.  Paris  337  Meil.  174  Meil.
München  252  -  89  -  London  330  -  171
Frankfurt  268  -  105

Geschlechtsunterschied  der  Bewohner.  Das  weibliche  Geschlecht
ist  bedeutend  zahlreicher  als  das  männliche.  Die  „Revision“  von
1851  ergab,  der  Petersburger  Zeitung  zufolge,  bei  einer  Gesammtbevölkerung
  von  65*170,598  Köpfen  (ohne  die  Bergvölker  und  ohne
das  Militär  !)  :
Weiblich  32’948,037.  Davon  in  Polen  2’467,C25
Männlich  _32’222,561  2’343,110
Unterschied  725,476  24,515
Diese  enorme  Differenz  (fast  von  l^/g  Millionen,  wenn  man  das
Militär  dazu  rechnet),  erklärt  sich  aus  den  fortwährenden  Männerverlusten ­
  in  Folge  des  Kaukasuskrieges.  Der  Unterschied  muss  nach  dem
letzten  Kriege  mit  den  Westmächten  noch  viel  furchtbarer  geworden  sein.
Wechsel  im  Bevölkerungsstande.  Nach  den  amtlichen  Listen  wäre
der  Jahresdurchschnitt  :

der  Geborenen  .  ,
-  Gestorbenen  .
Ueberschuss
Zahl  der  Ileirathen

1846-50
2735,163
2799,337

1848-50
2783,918
2’434,852
359,066
651,793

1848  speciell.
2’839,503
3736,446
(—295,943  weniger.)

435,836
617,571
Der  Gesammtüberschuss  in  den  5  .Jahren  1846  —  50  wird  zu
2*179,128  berechnet.  Allein  die  Armee  und  Flotte  sind  hiebei  ganz
ausser  Ansatz  gelassen,  und  da  herrscht  die  furchtbarste  Sterblichkeit.
—  Im  europäischen  Russland  nimmt  man  an:  1  Geburt  auf  23,
1  Sterbfall  auf  33,  und  1  Heirath  auf  100  Einwohner  (Erman,  Archiv
für  die  Kunde  von  Russland).  —  Die  Sterblichkeit  ist  aber  wirklich
weit  grösser,  und  selbst  nach  den  obigen  ofriciellen  Ziffern  ergibt  sich
1  auf  27  Einw.  !  Dabei  ist,  wie  gesagt,  noch  das  Militär,  mit  seinen
Ungeheuern  Menschenverlusten,  ganz  ausser  Rechnung.  —  Die  Bevölkerungszunahme ­
  ist  jedenfalls  weit  geringer,  als  man  meist  annahm.

Nationalitäten.  Eine,
gibt  folgende  Ziffern  :

Gross-Russen  ....  33700,000
Klein-Russen  (Ruthenen)  .  11700,000
Weiss-Russen  ....  3700,000
Litthauer  und  Polen  .  .  7700,000
Finnen  und  Letten  .  .  3700,000
Tartaren  2700,000

Arsenjjew  nimmt,  freilich
gende  10  Hauptstämme  an  :

sehr  wenig  verlässige,  Schätzung

Deutsche  600,000
Grusen  und  Armenier  .  .  2700,000
Juden  1700,000
Uralische  Stämme  .  .  .  600,000

Zusammen  65700,000
Schätzung  der  Menschenzalil,  fol-1)

  Slavischer  Stamm:  a.  Russen,  b.  Kosaken  (Donische,  Tschernomorischo
[vom  schwarzen  Meere],  Uralische  und  Ssibirische),  c.  Polen.  —  2)  Deutscher
St.:  a.  Deutsche,  b.  Schweden,  c.  Dänen.  —  3)  Lettischer:  a.  Letten,  in  Kurund
  Livland,  b.  Ssamogitier  im  Gouv.  Wiljna.  —  4)  Finnischer  :  a.  Finnen,
b.  Lappen,  c.  Esthen,  d.  Liven,  e.  Fermier,  f.  Syrjanen  (Gouv.  Wologda),
g.  Wogulen  (in  Perm  und  Tobolsk),  h.  Wotjaken  (Wjatka,  Ssimbirsk,  Orenburg),
i.  Tsoheremisen  (daselbst  und  in  Kasan  und  Perm),  k.  Tschuwaschen  (daselbst).
            
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