Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

RUSSLAND  —■  Land  und  Leute.

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1.  Mordwinen  (daselbst  etc.),  m.  Ostjaken  (am  Ob),  n.  Tepteren  (Orenburg)  —  6)
Tartarischer  a.  eigentliche  (Astrachan’sche,  Krim’sche  und  Orenburg’sdi’e)  b.
Ssibiris^e  (in  9  Stämmen),  c.  Nogajer  (an  der  Wolga  etc.),  d)  Meschtschenjaken
  (Orenburg),  e.  Kumyken  (Kaukasus),  f.  Truchmenen  (am  kasp.  Meerei
g.  Baschkiren  (Orenburg,  Perm,  Wjatka),  h.  Kirgiskaisaken  (jenseits  des  Uralflusses). ­
  &)  Kaukasischer  (am  Kaukasus);  a.  Kabardinzen,  b.  Abchasen,  c.
Oseten,  d.  Kistenzen  (in  3  Stämmen),  e.  Lesghier,  f.  Grusier.  —  7)  Mongolischer ­
  ;  a.  eigentliche  Mongolen,  b.  Burjaten  (an  der  Sselenga),  c.  Kalmyken
(Astrachan,  Ssaratow  etc.).  —  8)  Mandschurischer  ;  a.  Tungusen,  b.  Lamuten.
9)  Ssamojedischer  (in  12  Stämmen).  —  10)  Ost-Ssibirischer  (in  6  Stämmen).
Ausser  diesen  Hauptstämmen  noch  Westeuropäer,  Griechen,  Juden,  Armenier
Bulgaren,  Perser,  Indier,  Chiwacr,  Turkistanen,  Zigeuner  etc.
Im  Granzen  rechnet  man  im  russischen  Reiche  über  100  verschiedene ­
  Völkerschaften,  welche  mindestens  40  verschiedene  Sprachen  oder
Mundarten  reden.  Dass  ein  solches  Völkergemeng  einem  Staate  keine
Stärke  gewährt,  ist  unverkennbar.  Allein  Russland  hat  hierin,  z.  B.
vor  Oesterreich,  das  voraus,  dass  der  Hauptstamm  ein  überwiegend
zahlreicher  ist.
Confessionen.  Etwa  50  Mill.  Griechen,  6Va  Mill.  Katholiken,
über  2  Mill.  Protestanten,  1  Vg  Mill.  Juden,  1  Mill.  (?)  Armenier,
Vg  Mill.  Mohammedaner,  fast  eben  so  viel  Heiden.  —  Man  nimmt
an,  dass  im  letzten  Jahrzehnt  gegen  2  Mill,  unirt  gewesene  Griechen
von  der  katholischen,  und  etwa  60,000  Evangelische  von  der  protestantischen ­
  Kirche  losgerissen  und  durch  die  bekannten  ,  mitunter  äusserst
gewaltsamen  Mittel,  zum  Uebertritte  in  die  griechische  Kirche  gebracht
worden  seien.  —  Die  Zahl  der  Katholiken  im  eigentlichen  Russland
(ohne  Polen)  ward  1856  von  deren  geistlichen  Behörden  zu  2752,787,
jene  der  Lutheraner  (ohne  die  Reformirten)  1854  von  ihren  Geistlichen
zu  1’832,224  angegeben.  Die  mohammedanische  Einwohnerschaft  wird
mitunter  bis  zu  2Vg  Mill,  geschätzt;  Andere  nehmen  nur  570,000  an.  —
In  der  griechischen  Kirche  selbst  bestehen  viele  Parteiungen  und  Beeten.
Zahlreich  und  energisch  genug,  um  geachtet  und  selbst  gefürchtet  zu
werden,  sind  die  Altgläubigen  (Starowerzen,  gewöhnlich  Roskolniken
oder  Ungläubige  genannt).  —  Im  Königreiche  Polen  zählte  man  1850:
Christen  4  255,241,  Juden  554,984,  Mohammedaner  274,  Zigeuner  236.
Städte.  Im  ganzen  Reiche  zählt  man  nur  34  Städte  von  mehr
als  20,000  Einwohner,  darunter  nur  6  von  mehr  als  50,000  (in  Grossbritanien
  27,  siehe  S.  5).  Petersburg  hatte  1850:  532,241  Einw.
(1706  gegründet;  1770:  170,000,  1814:  335,713,  1840:  470,202).
—  Moskau  1850:  373,800  (1812;  252,609,  1816:  166,515).  —
Warschau  1852:  157,871  Odessa  1850:  71,392  (1803  erst  8000).
—  Riga  1849:  57,906.  Tula  1850:  54,626.  Wilna  1849:  52,286.
Kijew  1840:  47,424.  Astrachan  1849:  44,798.  —  Von  kleineren
Städten  nennen  wir  (ohne  Rücksicht  auf  andere  mit  gleicher  Volkszahl),
sämmtlich  nach  Angaben  aus  dem  Jahre  1840:  Saratow  42,237,  Kasan
41,304,  Sebastopol  41,155  (jetzt  zerstört),  Kronstadt  25,000,  Abo
13,050,  Helsingfors  12,725,  Kalisch  12,043.
Russlands  Yergrösserung.  Die  colossale  Gebietsausdehnung  datirt
besonders  vom  Jahre  1581,  in  welchem  der  Kosakenhetman  Jermak
Timogéfew  das  von  ihm  eroberte  Sibirien  der  Herrschaft  des  Czars
            
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