72
RUSSLAND — Finanzen (Einnahmen und Ausgaben).
B. Direkte Steuern (wovon Kopfsteuer oder „Seelengeld“
19’829,000, Wegbauabgabe 2’066,000, Gildesteuer und
Rekrutengelder der Kaufleute, dann Reisepässe etc.
7*^ Mill.)
Indirecte Abgaben (wovon Zölle 31 Mill., Rübenzuckersteuer
450,000 etc.)
Total
So nimmt Reden die Roheinnahme an.
C.
29’395,000 -
33’650,000 -
275’472,000 S.-R.
. , . . Wirklichkeit ergeben
indees seine eigenen ZiFern mir 265'327,000 SR., und selbst diese
Annahme ist noch entschieden zu hoch. Sieht man ab von den Naturalleistungen,
welche hier in Geld geschätzt sind, so dürfte sich die
wirkliche Staatseinnahme höchstens auf 200 Mill, belaufen. Selbst
lengoborflki, (der eigens die Aufgabe hatte, die russischen Finanzverhältnisse
im günstigsten Lichte darzustellen) berechnete die Staatseinkünfte
für das (jedenfalls die höchsten Ziffern liefernde letzte
Friedens-) Jahr 1853 nur auf 224’308,000 S.-R.
ordentlichen Betrag berechnet Reden auf
2/ö 830,000 S.-R., was (nach der von uns gegebenen Berichtigung
seiner eigenen Ziffern), schon im gewöhnlichen Büdget einen jährlichen
Ausfall von 10Yg Mill. Rub. (fast 20 Mill. Gulden oder 42 Mill. Frkn.)
ergibt, ganz unberücksichtigt die ausserordentlichen Ausgaben, wozu
neben den Eisenbahnbauten, vor Allem die Kosten des seit Jahrzehnten
dauernden Krieges im Kaukasus gehören. Der grosse Krieg mit den
Westmächten erheischte ohnehin die ungewöhnlichsten Anstrengungen.
Folgendes sind die wichtigsten Positionen im ordentlichen Staatsbedarfe:
Kaiserliche Familie
Landheer . . .
Flotte . . . .
Staatsschuld . .
10750,000
70’895,000
26’500,000
33’500,000
Erhebungskosten der Einkünfte 35’390,000
Auswärtige Angelegenheiten . 8’500,000
Volksaufklärung 7’500,000
. I’^‘l®ssen kostete das Landheer schon vor dem grossen Kriege
seit Jahrzehnten durchschnittlich gegen 100 Mill. Bringen wir diese
Erhöhung mit in Anschlag, und reduciren wir die Brutto-Einnahmen
auf das Netto, so ergeben sich (unter fortwährendem Zugrundelegen
der Reden sehen Angaben) folgende Verhältnisse :
Wirklicher Bedarf, netto 269 Mill.
Wirkliche Einnahmen - 229 -
Defizit gegen 40 Mill.
Erläutcrnng einzelner Positionen, i) Domänen. Der Ertrag
derselben war 1860 auf 40730,000 S.-K. berechnet (worunter aber
auch der Preis von Veräusserungen und 4’707,000 S.-R. Gemeindeabgaben).
Als Durchschnitt kann der persönliche Obrok von jeder
„Kevisionsseele“ der Krongüter zu 2,60, von jeder „Revisionsseele“
er Apanagegüter zu 2,86 S.-R. angenommen werden. Der Obrok ist
meistems in Bodenrente verwandelt, gewöhnlich nicht geringer als 2,80
bis 3,35 S.-R. Aehnlich bei den Frohnden. — Bekannt ist, dass von
einer Revision bis zur folgenden für die „todten Seelen“ mit bezahlt
werden muss. 2) Bergwerke. Die Goldausbeute wird meistens
überschätzt. 1851 ertrugen die Kronbergwerke 2’938,000, dann die