Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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KUSSLAND  —  Finanzen  (Schulden).

führung  neuer  Auflagen  auf  das  Fünffache.  Sic  betrugen  1725
10’186,000  (d.  h.  nach  der  jetzigen  Ausprägung  etwa  60  Mill.)  Ruh.  ^
Hauptquellen:  Kopfsteuer  gegen  4’290,000,  Zölle  1’200,000,  Branntweinsteuer ­
  980,000,  Salzsteuer  662,000  R.
1770  schätzte  man  die  Einkünfte  auf  28  Mill,  preuss.  Thlr.
1782  betrugen  sie  44'587,000;  1801  88'607,000  Thlr.  (In  dieser  von
Reden  gegebenen  Reduction  auf  preuss.  Thlr.  scheint  jedoch  übersehen,
dass  der  Rubel  früher  in  einem  hohem  Silberwertho  ausgeprägt  ward.)
Tengoborski  bekennt,  dass  die  Staatseinnahmen  bis  1839  die
Summe  von  163’751,000  S.-R.  nie  überstiegen;  sie  sollen  aber  im  Jahr
1853  auf  224’308,000  S.-R.  (also  897  Mill.  Frkn.)  angewachsen  sein.
Während  des  Kriegs  wurden  die  Steuern  mannigfach  erhöht.
Schulden.  Nach  amtlichen  Veröffentlichungen  war  der  Stand  der
Staatsschuld  am  1.  Jan.  1853  :

A.  Auswärtige  Schuld.
Restbetrag  des  alten  Anlehens  in  Holland  .
Zweites  Anlehen  in  Holland
Andere  Schuld

Zusammen

33400,000  Hol.Guld.
24’049,000  -
6’280,000  Pf.  Sterl.
66,823,580  Silb.-Rub.

Auf  Zeit  .
Renten

B.  Innere  Schuld:
Silb.-Rub.  tlO'867,055  )
223’861,47C1

334728,531

Total  400552,111  Silb.-Rub.
Dazu  kommen  aber  noch  die  Reichscreditcasse-Billete  311’375,581
Rest  der  Assignaten,  etwa  252,000
Sonach  wirkliche  Schuld  vor  dem  Kriege  713480,000  Silb.-Rub.
Wovon  jedoch  abzurechnen  der  Auswechslungsfond  für
die  Credit-Billete  mit  139430,000
Netto-Rest  573750,000  Silb.-Rub.
Russland  musste  sich  während  dos  Krieges  auf  alle  Weise  Geld
verschaffen,  und  zwar  im  In-  und  im  Auslande.  Da  letztes  selbst  in
den  neutralen  Staaten  schwierig  war,  so  wurden  die  Finanzoperationen
um  so  mehr  in  Geheimniss  gehüllt.
Die  in  Circulation  befindlichen  Credit-Billete  betrugen  anfangs
1855  :  356’337,021  R.  Zum  Auswechscln  soll  gleichzeitig  ein  Fonds
vorhanden  gewesen  sein  (in  Metall  und  sichern  Papieren)  von  151790,985
Rub.  Von  verschiedenen  Seiten  ward  versichert,  dieser  Fonds  sei
grossentheils  erschöpft  worden.  Selbst  ohne  dieses  ergab  sich  jedenfalls ­
  eine  ansehnliche  Vermehrung  des  Papiergeldes.  Ausserdem  brachte
man  auf:  a.  Im  eigentlichen  Russland:  Jan.  1855,  Emission  von  4
neuen  Serien  Schatzscheine  =  12  Mill.  S.-R.,  und  Jan.  1856  Emission
von  10  neuen  Serien  Schatzscheine  =  30  Mill.  S.-R.  (ferner  blosse
Erneuerung  von  8  Serien  =  24  Mill.)  —  b.  Zu  Lasten  Polens  3  Serien
4prozentiger  Schatzbillets,  3  Mill.  S.-R.  Ausserdem  sollen  die  Staatsgüter ­
  in  Polen  angeblich  mit  20  Mill.  S.-R.  Schulden  belastet  worden
sein.  —  C.  Zu  Lasten  Finnlands  ein  Anlehen  von  600,000  S.-R.
—  d.  Anlehen  im  Auslande:  Eine  zu  Anfänge  des  Krieges  im  Auslande ­
  versuchte  Anlohensaufnahme  im  Betrage  von  50  Mill,  S.-R.
            
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