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RUSSLAND — Militärwesen (Seemacht).
tusow schmolzen auf 35,000, die 50,000 unter Wittgenstein auf 15,000
zusammen; von einer aus dem Innern Russlands gesendeten Verstärkung
von 10,000, langten 1700 auf dem Kriegsschauplätze zu Wilna
an (nach den Versicherungen des engl. Commissars Sir Robert Wilson).
In Tolls Denkwürdigkeiten finden wir folgende Berechnung :
Die beiden Westarmeen betrugen, nach Abzug des Wittgenstein’schen
Corps von 21,000, — noch: die erste Westarmee 83,000, die
zweite 35,000 118,000
An Verstärkung und Ersatzmannschafteu erhielten sie . . . 91,800
Zusammen 209,800
In Wilna waren Mitte Dez. noch bei den Fahnen .... 40,290
Folglich Abgang von Ende Juni bis Mitte Dezember 169,510
In den Lazarethen lagen 48,335 M. Wenn auch, was erweislich nicht der
Fall, der grösste Theil dieser Erkrankten genesen wäre, so war der Verlust
doch noch immer grösser, als die ursprüngliche Zahl der Gesammtmannschaft.
Ein Abgang von gesammten Mannschaft ist gewiss nicht häufig vorgekommen.
1813 und 14 war die Stärke des russ. activen Heeres zu keiner
Zeit höher als 150,000. (Bei Bautzen standen blos 82,852 Russen
und Preussen fast 100,000 Franzosen entgegen.)
In den beiden Feldzügen von 1828 und 29 gegen die Türken
erschienen die Russen in einer Stärke anfangs von höchstens 80,000,
dann allerhöchstens von 120,000. Als das Hauptcorps nach Adrianopel
gelangte, zählte es kaum noch 25,000 Streitfähige, und es wäre
verloren gewesen, wenn die ängstliche Diplomatie nicht eilends den
Frieden zum Abschlüsse gebracht hätte. — Der Hcldenkampf Polens
im Jahre 1831 bewies noch mehr die Schwäche des russ. Heerwesens.
Es bedurfte der äussersten Anstrengungen des Staats und ' der mannichfachsten
Unterstützungen Oesterreichs und Preussens, um das kleine
poln. Heer, das fast an Allem Mangel litt, endlich niederzuwerfen. —
In Russland erkannte man nun die Nothwendigkeit bedeutender Umgestaltungen.
Vieles ward gethan, das Meiste aber doch wieder blos
auf dem Papiere, zum Scheine. — Im ungarischen Feldzuge, 1849,
erschien eine russ. Hülfsarmee von 110—120,000 M. bei den Oesterreichern.
Da sich die Magyaren durch die Uebermacht erdrückt sahen,
und zum Theil Verrath unter ihren Häuptern einriss, so kam es überhaupt
nicht mehr zu Waflfenthaten. — Der letzte grosse Krieg hat
einerseits die Fortdauer der Missbrauche in der Armeeverwaltung,
anderseits die unverwüstliche Ausdauer der Soldaten bewiesen. Die
Niederlage vor Silistria und die Vertheidigung von Sebastopol bilden
starke Contraste, besonders auch hinsichtlich der Befähigung der
Oberofficiere.
Seemacht.
Dieselbe war vor dem letzten Kriege in die des baltischen und
jene des schwarzen Meeres getheilt, erste von 3, letzte von 2 Divisionen.
Dazu kamen die kleineren Schiffsabtheilungen im kaspischen
und Aral-See, und im weissen und ochotzkischen Meere. Kriegshäfen :
Kronstadt, Reval und Helsingfors; Sebastopol; dann Astrachan. Der
Normaletat war: 45 Linienschiffe (wovon 27 in der Ostsee, 18 im