Full text: Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Nach seinem Tode übernahm Hans Knoll die Leitung der 
Firma, die unter dem Namen „weiland Hans Baumgartners von 
Kufstein Gesellschaft“ Weiterbestand und in der angegebenen 
Weise den Kupferhandel betrieb. Bald machte sich aber auch 
hier die Augsburger Konkurrenz geltend, besonders seit sich 
die Fugger in Ungarn in den Kupferbergbau eingelassen hatten 
und das Metall in Venedig abzusetzen suchten. Iro Silberhandel 
bereits allmächtig, suchten sie nun auch im Vertrieb des Kupfers 
den lästigen Rivalen loszuwerden. Sie gingen dabei in der 
Weise vor, dass sie die Kufsteiner Gesellschaft bestimmten, 
ein Kupfersyndikat abzuschliessen. Dies geschah im Jahre 1498. 
Der Vertrag ist bei Ehrenberg gedruckt 1 ), der jedoch den Fehler 
begeht, unter den dort genannten „Hans Paumgartner, Hans 
Knoll und Gesellschaft“ den Augsburger Paumgartner zu ver 
stehen. Schon die Erwähnung des Hans Knoll zeigt, dass nur 
die Kufsteiner Firma in Betracht kommen kann. Dadurch 
verliert der Vertrag auch seine isolierte Stellung, die er bei 
Ehrenberg einnimmt, und erhält seinen Platz in der Reihe der 
von uns schon besprochenen Kupferverträge. Trotzdem bleibt 
er in anderer Hinsicht interessant als eine Etappe in dem wiit- 
schaltlichen Ringen der Fugger mit den Baumgartnern von 
Kufstein, das wir jetzt schon seit 1488 verfolgen konnten. Es 
konnte kaum zweifelhaft sein, wem hierbei der endliche Sieg 
zufallen würde. Bereits im nächsten Jahre (16. März 1499) 
trat Jacob Fugger direkt mit den Gewerken in Beziehung und 
kaufte von ihnen 150000 Zentner Kupfer 2 ). Die Vermittlung 
durch Baumgartners Gesellschaft war also beseitigt. Am näm 
lichen Tag erklärte Maximilian, dass die gleich günstigen Lie- 
ferungs- und Beförderungsbedingungen, die „weiland Hans 
Baumgartners von Kufstein Gesellschaft“ zustehen, auch 
Jacob Fugger gemessen solle. In der Folge schloss jene nur 
mehr unbedeutende Verträge mit der Tiroler Regierung ab 3 ). 
Mon. Boica Tom. V Anhang Nr. 11 u. auf dem obenerwähnten Grabstein 
Hans Baumgartners.) 
1 ) Bd. I S. 417 ff. u. S. 192. 
2 ) Cop. Serie II (1499) fol. 12. 
3 ) Die Gesellschaft erlitt um das Jahr 1500 mehrmals grössere 
Verluste. Neben Antonio v. Ross gehörten auch die Stammler in Augs 
burg, die damals fallierten, zu ihren Schuldnern. (Stadtarchiv Augsburg, 
Stadtgerichtsbuch 1502 fol. 253, 279.)
	        
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