Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

204 
Teil III. Geld-Giroverkehr. 
Während die Giroanweisungen an den Speicher sich gewöhnlich 
darauf beschränken, die Höhe der Zahlung und den Zahlungs 
empfänger zu nennen (vgl. Abschn. 27), enthalten die Giroanwei 
sungen an die Bank (römische Zeit) in der Regel eine mehr oder 
weniger ausführliche Darlegung darüber, wofür die Zahlung ge 
schehen soll. Dieser Unterschied mag darin begründet sein, daß 
der Bank eine notarielle Bedeutung innewohnt (siehe Teil IV); 
die Giroanweisung wird durch diesen Umstand auch dann beeinflußt, 
wenn die Girozahlung von einer notariellen Beurkundung nicht 
abhängt. Ein Beispiel hierfür ist die Giroanweisung BGU. 156 
(201 n. Chr,), die oben S. 201 behandelt worden ist. 
Eine eigenartige Giroanweisung ist BGU. 1064 (um 278 
n. Chr.) ; der Anfang ist weggebrochen : 
[U òeíva Ia]p[a]Triujvi Tpa7T[eZ:]eÍTpi x«ipeiv. KaX[âiç] 
TToinaeiç |ue[T]aßaXubv t[0»] napà aol èv ’OHu[pu]TxeÎTri 
Aùpr|Xiuj ’OqpeXXÎLjj èEtifpTf) ’OEupuTxeiTÜùv àyO’ div ëcrxov 
Trap’ aiiTOÛ èv 'Eppo[0j rrôXei dpYupiou xaivoO vopíupaTog 
raXávTUJv òéKa, Y(ívovTai) (ráXavia) i, rà Tua toO dpTupíou 
TáXavta [òjéKU irXppriç àpiOpoO, Kai jup auTiú[v] KaTá(Tx>lÇ- 
Tfjv òè èiTiOfiKriv Taúxriv povaxpv (Toi èHeòóprjv iòió- 
TPacpóv poo, Koti Kupía ècriiu, Kai èTTepu}Tri0B[ç] ihpoXÓTnaa. 
(’'Etouç) t (èrouç) toO Kupíou fipújv MápKou AuppXipu 
TTpoßou leßacTToO, TOßi . . 
Zppe[(o]u ’Ev ’OHupuYXÊÍTT] èiri A(ùpnXiov)^ Zapa- 
TTÍuuva òiadToXéa. 
Zunächst sehen wir, daß auch hier der Zweck der Girozahlung 
genau bezeichnet wird: die Girozahlung ist Rückzahlung eines 
Darlehens, das der Giroaussteller von dem Exegeten Ophellios er 
halten hatte. Der Bankhalter sowie Ophellios wohnen in Oxyrhyn- 
chos, der Giroaussteller dagegen hält sich, wie aus den Worten rrapà 
croi èv ’OHy[pu]YxeÍTr] hervorgeht, auswärts auf, wahrscheinlich noch 
in Hermupolis, woselbst er das Darlehen von Ophellios empfangen 
hatte. Der òiaaxoXeúç namens Sarapion ist, wie schon Wilcken^ 
hervorhebt, von dem Bankhalter Sarapion verschieden. Der òia- 
ffxoXeúç ist ein Kassierer oder Geschäftsführer (vgl. oben S. 119), 
^ Berichtigung von Wilcken, Archiv IV S. 560. 
* Wilcken, Archiv IV S. 560, vermutet ¿inZ( ), womit eine Form von 
é-mZrjTeív gemeint sein könnte. 
® Archiv IV S. 560.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.