von Europäern in den Hochlanden nicht zuließ. Dieser
Ansicht ist jedoch von anderer Seite widersprochen wor-
den. Die zur Verfügung gestellten Geldmittel sollen auch
ungenügend gewesen sein. Dr. Hertzkka, von dem der
ganze Zug veranlaßt worden war, hatte es vorgezogen,
zu Hause zu bleiben. Wir hatten gut getan, uns trotz
des drängens der beteiligten auf einen gelegentlichen
Meinungaustausch über diese Pläne zu beschränken und
im übrigen eine Zurückhaltung zu beobachten, die nach
dem Verlauf der Dinge gerechtfertigt war.
E'? andere Koloniegründung, von der um die selbe
Zeit viel gesprochen wurde, war von dem Baron
H ir s ch in Paris veranlaßt worden. Der Erfolg des
Unternehmens hat nicht ganz den Erwartungen des
Gründers entsprochen. Es soll aber doch bemerkenswerte
Ergebnissse gehabt haben. Der bekannte Finanzmann
wollte die Auswanderung von russischen Juden nach
Argentinien unterstützen und diese dort als Landwirte
ansiedeln. Er hatte dafür große Summen zur Verfügung
gestellt und umfangreiche Ländereien angekauft.
Nach einem Bericht des landwirtschaftlichen Sachver-
ständigen bei der deutschen Gesandtschaft in Buenos
Aires, Professor Dr. Karl Kärger, sind bis zum Jahr
1895 etwa 1262 Quadratkilometer an Ansiedler der ge-
nannten Art vergeben worden. Die Zahl der Ansiedler
soll sich auf 7628 Köpfe belaufen haben, und die Ansied-
lungen sollen sich damals in blühendem Zustande be-
funden haben. Eine Fläche von 622 akm war noch zu
vergeben.
Nach anderen Angaben ist die Zahl der zur Auswan-
derung nach Argentinien veranlaßten Leute noch größer
gewesen. Ein Teil der Einwanderer soll aber entgegen
der Absicht der Leitung des Unternehmens nach der An-
kunft auf die angebotenen Landstellen verzichtet haben
23(0)