Full text: Die englische Gefahr für die weltwirtschaftliche Zukunft des Deutschen Reiches

— Schwarze Listen und Kontrollorganisationen — 17 
in Beziehungen standen, sei es durch direkten Verkehr, sei 
es durch Mitglieder ihrer Geschäftsführung, sei es durch 
Aktienbesitz usw. Diese schwarze Liste wurde nun aber von 
England auch weiter auf die neutrale Wirtschaft ausge 
dehnt, indem England auch neutrale Firmen auf jene Liste 
setzte, wenn sie irgendwie verdächtig waren, mit jenen 
Firmen Deutschlands oder seiner Verbündeten in 
Verbindung zu stehen. Zur Durchführung dieser 
Maßnahme dienten den Engländern wiederum die von 
ihnen geschaffenen Kontrollorgianiisationen in den einzel 
nen neutralen Ländern, welche überwachen sollten, daß 
keine eingeführte Ware nach Deutschland gelangte, und 
welche mit der Zeit auch die neutrale Eigenproduktion 
einer der Abschließung Deutschlands dienenden Kontrolle 
unterwarfen. Diese Kontrollorganisationen, an welche all 
mählich der ganze Einfuhrhandel der in Frage kommenden 
neutralen Länder gebunden wurde, bildeten nunmehr für 
England die Organe, um die auf der schwarzen Liste be 
findlichen neutralen Firmen zu treffen. Hatte also irgend 
ein neutraler Kaufmann das Unglück, wegen seiner Be 
ziehungen zu deutschen Firmen auf die schwarze Liste zu 
kommen, so konnte er sicher sein, seinen Handel, soweit er 
von Einfuhrlizenzen oder sonstigen Privilegien der be 
treffenden Kontrollgesellschaften abhängig war, ohne wei 
teres zu verlieren. Der Nieuwe Rotterdamsche Courant 
vom 2. Juni druckte einen Brief aus Surinam ab, in 
welchem es hieß: „Um Ihnen ein kleines Beispiel zu geben, 
wie weit der Niederländische Übersee-Trust, beziehungs 
weise die englische Regierung geht, teilen wir Ihnen mit, 
daß wir dieser Tage Aufsichtsbeamte, die von dem hiesigen 
englischen Konsul bestimmt werden, bitten mußten, unsere 
ganze Buchführung zu untersuchen, nur um verschiedene 
Waren von dem Niederländischen Übersee-Trust frei zu 
Le » y, Die englische Gefahr. 2
	        
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