188 Der prolet. Klassenkampf zur Unterstützung des kolonialen Freiheitskampfes.
zeigt es, daß viele Arbeiter in einer großen Industrie, der Textil-Industrie,
beschäftigt sind, deren Lage sehr stark die Lage der Textilarbeiter
Europas, besonders Großbritanniens, beeinflußt. Nun kommen wir zu China.
Im Jahre 1925 betrug die Anzahl der Baumwoll-Spinnereien 118 mit un-
gefähr 3 340.000 Spindeln und einer Arbeiterschaft von 209 750 Mann, und
ein beträchtlicher Teil — beinah die Hälfte der Textilindustrie Chinas —
befindet sich in den Händen von Ausländern, besonders von Engländern und
Japanern. Ich möchte die europäischen Arbeiter darauf aufmerksam machen,
daß China immer als ein Land von Bauern betrachtet wurde, jetzt aber sich
industriell entwickelt. Im Jahre 1924 betrug die Anzahl der in der Industrie
beschäftigten chinesischen Arbeiter beinahe 6 Millionen. In den Kohlengruben
arbeiten mehr als 400 000, in den Baumwollspinnereien ı 600 000, den
Seidenspinnereien 3 000 000, die übrigen in der Streichholz- und Kleidungs-
industrie usw., alles in allem, wie ich schon sagte, 6 Millionen Arbeiter, von
denen der größte Teil in Uniernehmungen ausgebeutet wird, die mit euro-
päischem Kapital betrieben werden.
Wie sind die Bedingungen in jenen Ländern, von denen wir gestern
durch unsere Freunde aus den verschiedenen kolonialen und halbkolonialen
Ländern hörten? Ich werde Ihnen einige Zahlen geben, die Ihnen zeigen,
was wirtschaftliche Unterdrückung bedeutet.
In Indien ist die Zahl der Arbeitsstunden in den F abriken gesetzlich auf
Ir Stunden täglich und 60 Stunden pro Woche begrenzt. In China setzten
die provisorischen Bestimmungen einen Arbeitstag von 10 Stunden für Er-
wachsene fest. In der Praxis bestehen jedoch in den meisten Fällen zwei
12-Stunden-Schichten, und soweit außer dem chinesischen Neujahr und ge-
rade einem oder zwei Tagen des Jahres Ruhetage in China in Betracht
kommen, wissen die Arbeiter nicht, was es heißt, solch einen Tag zu genießen.
Praktisch arbeiten 70° der chinesischen Arbeiter 7 Tage in der Woche
und 52 Wochen im Jahr.
In bezug auf Japan zeigen die veröffentlichten Zahlen im japanischen
Jahrbuch von 1926, die sich auf das Ende des Jahres 1921 beziehen,
folgende Verhältnisse bei den Textilarbeitern : Die Arbeitsstunden werden wie
folgt angegeben:
Unter 8 Stunden arbeiten 10 oder beinahe 11%
8 oder 9 N . 13%
gbis 10 A % 28%
10, 12 ie m A 410%
12 Stunden und mehr .. 7 9%
Betreffs der Ruhetage wurde im Jahre 19271 eine Untersuchung angestellt.
Es gab 60 070 Fabriken für die Exportindustrie, und es wird sogar berichtet
(es war unmöglich, von einigen Fabriken irgendwelche Daten zu erhalten),