Edo Fimmen. >
lionen, die heute in Gewerkschaften in der ganzen Welt organisiert sind.
gehört ihnen aus Gründen persönlichen Interesses an, weil sie sehen und
erkennen, daß es ihr eigener persönlicher Vorteil und der einzige mögliche
Weg zur Aufrechterhaltung ihres Lebensniveaus ist. Wenn wir sie zur
Solidarität mit anderen Arbeitern außerhalb ihrer eigenen Gewerkschaften
in ihrem Lande aufrufen wollen, so müssen wir ihnen klarmachen, daß.
dies nicht allein vom Gesichtspunkt der Solidarität geschieht, sondern
weil der Kampf der anderen ihr Kampf ist. Wenn dieser Kongreß heute einen
Aufruf an die Arbeiter anderer Länder erläßt, wenn unsere chinesischen
Freunde und Genossen, wenn die Kulis aus Britisch-Indien und Java, wenn
die unterdrückte Negerbevölkerung verschiedener Kolonien diesen Kongreß
ersuchen, an die Arbeiter in den imperialistischen Ländern einen Aufruf zu
erlassen, ihnen zu helfen und sie in ihrem Kampf um politische und soziale
Freiheit zu stützen, können wir uns nicht auf schöne, mehr oder weniger
sentimentale, revolutionäre Resolutionen beschränken. Wir müssen den Arbeitern
dieser Länder die direkte Verbindung zeigen, die zwischen ıhren
Arbeitsbedingungen und den Arbeitsbedingungen jener Länder besteht, in
denen heute die unterdrückten Völker den Versuch unternehmen, sich ıhrer
Unterdrücker zu entledigen.
Wir haben hier verschiedene Delegationen unterdrückter Völker, und
ich will versuchen, so kurz wie möglich klarzulegen, was es noch für Arbeitsbedingungen
gibt. In erster Linie sind wir hier zum Nutzen von Millionen
Arbeitern, die zwar nicht anwesend sind, aber von diesem Kongreß hören
werden. Ich werde einige Beispiele aus den Stößen von Material anführen.
Natürlich werde ich mich auf einige Länder beschränken müssen. Dies will
jedoch nicht heißen, daß in den Ländern, die ich nicht erwähne, die
Arbeitsbedingungen irgendwie besser sind. Sie sind dort genau so schlecht
wie in den Ländern, von welchen ich sprechen werde.
Auf diesem Kongreß sind zwei wichtige Delegationen von sehr wichtigen
Ländern vertreten. Die erste aus Britisch-Indien, die zweite aus China. Wie
hoch ist heute die Bevölkerung Britisch-Indiens? Die Gesamtbevölkerung
Britisch-Indiens, einschließlich der Eingeborenen-Staaten, beträgt nach der
Volkszählung von 19171 330 Millionen. In dieser hohen Bevölkerungszahl beträgt
die Anzahl der Europäer, in der Mehrzahl Engländer, 173 737, von den
124991 Männern sind die Hälfte Soldaten und Polizei und die anderen unmittelbare
Ausbeuter oder deren Vertreter. Nach einer kürzlichen, offiziellen
Veröffentlichung beträgt die Durchschnittszahl von erwachsenen, in der Industrie
Indiens Beschäftigten, im Jahre 1923: 1413 784, von diesen arbeiteten
711569 oder 50% in Textil-Unternehmungen, in Webereien und Spinnereien
360 000.
Dies beweist einerseits, worauf ich schon hingewiesen habe, daß eine
kleine Anzahl augenblicklich eine große Nation niederhält, und andererseits
137