Kapitel III. Die Pessimisten.
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ein Drittel, des Einkommens aus dem Boden der Beihilfe der Natur
zu verdanken sei J ).
Malthus hat hierüber ein besonderes Buch geschrieben 2 ), und
Ricardo zollt ihm die Anerkennung; „die wirkliche Lehre von der
Rente entdeckt zu haben.“ Malthus nahm, wenigstens als Ausgangs
punkt, die von den Physiokraten und Adam Smith gegebene Er
klärung an, d. h. er sieht in der Rente die natürliche Wirkung einer
von Gott der Erde verliehenen Eigenschaft . . ., einer Eigenschaft,
die der Erde die Kraft gibt, mehr Menschen zu erhalten, als zu
ihrer Bestellung nötig sind“. Für ihn ist aber die Bodenrente nicht
nur das Resultat eines physischen Gesetzes; sie ergibt sich
auch aus einem wirtschaftlichen Gesetze, das in dem einzig
artigen Privilegium der Erde liegt, selbst die Nachfrage nach ihren
Produkten hervorzurufen, so daß sie ohne Ende ihr eigenes Ein
kommen und ihren eigenen W ert aufrecht erhalten und vermehren
kann. Woher kommt das? Weil die Bevölkerung beständig dahin
strebt, mit dem Vorrat von Lebensmitteln gleichen Schritt zu halten
und sogar darüber hinaus zu wachsen, mit anderen Worten; weil
überall zum mindesten ebensoviele Menschen geboren werden, wie die
Erde ernähren kann. Diese neue Erklärung der Bodenrente ist eine
Schlußfolgerung aus dem Gesetze Malthus’, nämlich des beständigen
Fressens der Bevölkerung gegen ihren Nahrungsspielraum.
Weiter hebt Malthus einen anderen Grundzug der Bodenrente
hervor, eine so richtige und bedeutsame Beobachtung, das an ihr die
Theorie Ricaedo’s sich entzündete: da die Erde nicht gleichmäßig
fruchtbar ist, geben auch notwendigerweise die auf ihre Bestellung
verwendeten Kapitalien ungleichmäßigen Gewinn. In diesem Unter
schiede zwischen dem normalen Gewinne aus mittelmäßigem Boden
und dem größeren Gewinne aus fruchtbareren Feldern besteht nun
gerade zugunsten der Besitzer fruchtbareren Bodens eine besondere
Rentenkategorie, die differentiale Bodenrente, wie man sie später
nennen sollte.
Diese Rente erscheint Malthus, wie früher den Physiokraten,
als völlig gerechtfertigt und durchaus im Einklang mit dem öffent
lichen Nutzen.“ Für die Urbesitzer ist sie nur der gerechte Entgelt
»ihrer Kraft und Geschicklichkeit“ gewesen, und für diejenigen,
welche die Güter nachher erworben haben, gilt dasselbe, da sie ja
niit den Früchten ihres Fleißes und ihrer Gewandtheit erworben
worden sind. Sie besteht ohne Zweifel unabhängig von der Arbeit
T A/vwi
) Smith hatte die Industrie einer Ehe verglichen, aus der zwei Kinder ent
springen, der Profit und der Lohn, während die Landwirtschaft drei gibt, die beiden
erwähnten und die Rente.
2 ) An inqnity into the nature and progress of rent, 1815.