Full text: Geschichte der großen amerikanischen Vermögen (Bd. 1)

— 375 — 
Antwort: „Jawohl. Er verkaufte Winfield Scott und 
Union.“ 
Frage: „Für welchen Preis ?““ 
Antwort: „Für je hunderttausend Dollar; eins davon war 
völlig unbrauchbar, das andere mußte einige Tage, nachdem 
es in See gegangen war, für untauglich erklärt werden*).“ 
Im Verlauf der weiteren Untersuchungen gab Churchman 
an, daß die Regierung durch die Übernahme solcher 
Schiffe um wenigstens 25 Millionen Dollar betrogen sei, 
soweit er nach „den ihm bekannten gecharterten und ge- 
kauften Schiffen und den ungeheuren, dabei verschwendeten 
Summen“ schätzen könne‘). Diese 25 Millionen Dollar, 
um welche die Regierung allein in betreff der Schiffe be- 
trogen war, bilden die Grundlage manches heutigen Riesen- 
vermögens. 
Die geachteten Betrüger 
Aber dies war keineswegs die einzige Lehre, die Gould 
von der geachteten Geschäftswelt empfing. Man kann ruhig 
sagen, daß es keinen einzigen Geschäftszweig gab, in dem 
nicht die schamlosesten Betrügereien gegen Staat und Volk 
verübt worden wären. Die Importeure und Fabrikanten von 
Waffen durchkreuzten Europa, um wertlose Waffen aufzu- 
kaufen, und betrogen dann die Regierung um Millionen, 
da diese Waffen völlig untauglich waren?). Eine Kongreß- 
kommission, die 1862 ernannt worden war, um die Verbin- 
dung zwischen Staatsbeamten einerseits und Beamten und 
anderen Firmen anderseits zu untersuchen, stellte schließ- 
lich fest, daß die Firmen in der Regel die staatlichen In- 
spektoren bestachen, um ihre schlechten Waren los zu 
werden 9). 
1) Report of Select Committee to Inquire into Government Contracts, House 
Reports, Thirty-seventh Congress, "Third Session, 1862—1863, Report Nr. 491 S. 95. 
2) a. a. O. 5. 95—907- 
8) House Reports of Committees, Thirty-seventh Congress, Second Session 
:861—1862, Bd. 2, Report 2, 1 XXIX. 
4) House Reports, Thirty-seventh Congress, Second Session, 1862—1863, 
Report Nr. 64. Der Vorsitzende dieser Kommission, C. H. van Wyck-New York, 
machte in seinem Bericht an das Unterhaus des Kongresses folgende erläuternde Be- 
merkungen: „In der ersten Zeit des Krieges waren Betrügereien und Unterschleife 
nicht zu vermeiden. Es war naturgemäß, daß die Ehrgeizigen aus den Nöten der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.