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den Interessenten vielfach bekannt gewesen sein muss. Wie
aber auch die Malthussche Bevölkerungsidee streng genommen
nicht viel mehr als die Erneuerung eines uralten Irrthums und
die Aufnahme einer zugleich naheliegenden und beschränkten
Reflexion gewesen sei, wird sich in Bezug auf den rein theore
tischen Bestandtheil bald zeigen. In praktischer Beziehung
mag aber Malthus sein volles originales Recht behalten, wegen
der Rohheit seiner Anschauungen und der Widerwärtigkeit
seiner Gesinnung berüchtigt zu bleiben und als Typus einer
im schlechteren Sinne des Worts menschenfeindlichen, durch
und durch inhumanen Geistesart zu gelten. Das Loben dieser
Person wird uns in den wenigen Zügen, die uns hier angehen,
schon hinreichende Fingerzeige bieten und uns individuell die
corrumpirto Theorie erklärlich machen, welche mit ihm ver
knüpft gewesen ist.
2. Malthus (1766—1834) aus der Grafschaft Surrey, wid
mete sich als jüngerer Sohn einer wohlhabenden Familie der
Theologie und wirkte auch thatsächlich als Glied der anglicani-
schen Kirche. Die Schriftstellerei war seine Nebenbeschäfti
gung. Er begann dieselbe mit einigem Erfolg auf Veranlassung
einer Godwinschen Veröffentlichung, indem er dagegen seiner
seits 1798 und zwar anonym eine nicht umfangreiche Arbeit
unter dem Titel „Versuch über die Principien der Bevölke
rung etc.” erscheinen Hess. Nach 5 Jahren, in welche einige
Reisen auf dem Festlande gefallen waren, gab er als zweite
Auflage eine durch empirisches Material erweiterte Umarbei
tung heraus, die als neues Buch zu gelten pflegt und in den
folgenden Auflagen schliesslich auf drei Bände anschwoll. Bald
nach dieser zweiten Publication wurde er Professor der Ge
schichte und politischen Oekonomie am ostindischen Gesell
schafts-Colleg zu Haileybury und blieb in dieser Stellung die
drei Jahrzehnte bis zu seinem Tode. Stellt man sich vor, dass
er daneben stets ein geistlicher Diener blieb, wie er gewesen,
und dass er nun noch andere Schriften fertigte, die noch mehr
nach politischer Oekonomie aussahen als sein Bovölkorungsbuch,
so hat man ein Bild von den Hauptzügen seines Treibens.
Doch fehlt noch ein unter andern Umständen weniger merk
würdiger Zug, der aber für den Vertreter der Idee der Bevölke
rungshemmung eine ganz besondere Bedeutung hat. Der Pfarrer
Malthus heirathete nach der zweiten Ausgabe seines bevölke-