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b. Stand und Beruf,
c. Frühere Heimath der Eingewanderten.
II. Gebäude und Wohnplätze.
1. Bestimmung der Gebäude.
2. Abbruch und Neubau der Gebäude.
3. Grösse der Wohngebäude und Dichtigkeit der Be
wohnung derselben.
4. Werth und Realverschuldung des städtischen, resp.
nicht landwirtschaftlichen Grundbesitzes.
III. Landwirths chaft und Viehhaltung.
1. Grösse der Grundstücke, unterschieden nach den
Grössenclassen von unter bis 5 Morgen, von über
5—15, von über 15—30, von über 30—50, von über
50—100, von über 100—200, von über 200—300, von
über 300—600, von über 600—1000, von über 1000
Morgen.
2. Verwendung der Fläche.
3. Anbauverhältniss, d. h. Nachweis des mit Weizen,
Roggen, Gerste, Hafer, Oelsaat, Hülsenfrüchten, Kar
toffeln und Futtergewächsen bestellten Bodens.
4. Landwirtschaftliche Production.
5. Viehhaltung im Allgemeinen.
6. Viehhaltung auf dem grossen, mittleren und kleinen
Grundbesitz, d. h. auf den Grundstücken von über
300 Morgen Fläche, von 50 — 300 Morgen und von
unter 50 Morgen Fläche.
7. Art des landwirtschaftlichen Betriebs (als Haupt
oder Nebengewerbe, in Selbstbewirtschaftung oder
durch Verpachtung).
8. Wert und Realverschuldung des landwirtschaftlichen
Grundbesitzes.
IV. Industrie.
1. Kleingewerbe. Persönliche darin verwandte Kräfte,
Arbeits- und Dienstverhältniss derselben. Werth des
Umsatzes.
2. Grossindustrie (in geschlossenen Etablissements so
wohl als auch sog. Hausindustrie). Persönliche Kräfte.
Todte Kräfte (Motoren, Maschinen und Apparate).
Umsatz. Absatz nach den Hauptabsatzrichtungen.
3. Typographische Gewerbe.
4. Umfang der Geschäfte nach der Zahl der Arbeit
nehmer in denselben.
V. Handel und Verkehr.
1. Handels- und Transportgewerbe. Persönliche und
todte darin verwandte Kräfte. Umsatz. Absatz nach
den Hauptabsatzrichtungen.
2. Alter der Firmen.
Die die Industrie und den Handel betreffenden Tabellen
sind, was das ganze Land anlangt, zugleich in derjenigen Form
aufzustellen, welche für 1861 von dem Zollverein als eine ge
meinschaftliche, zollvereinsländische angenommen worden ist.
Es geht nicht so sehr aus den blossen Titeln der Tabellen,
weit mehr aber aus dem speciellen Inhalte derselben hervor,
dass sie untereinander in einem vollkommen organischen
Zusammenhänge stehen, und, wenn auch gegen die bisherigen
in vieler Beziehung erweitert, dennoch eine Vergleichung der
Daten dieser ältern mit den neuern in jeder Weise zulassen.
Dass sie eine Fülle der wichtigsten Kenntnisse erschliessen,
dazu wird es hier eines ausführlichen Beweises deshalb nicht
bedürfen, weil der in den Tabellenformularen der Beilage III.
vor Augen gelegte Inhalt aller Specialtabellen, die aus den
Volkszählungsresultaten direct zu gewinnen sind, diese Beweis
führung besser, als es sonstwie geschehen könnte, übernimmt.
Auf diese Beilage III. und ihre Bestandteile muss daher auch
hingewiesen werden. Ganz besonders dürften die Motive und
Erläuterungen zu den einzelnen gestellten Fragen dazu bei
tragen können, auch die staatswirthschaftlichen Gesichtspunkte,
auf die es ankommt, in klares Licht zu stellen und somit auch
Andeutung darüber zu geben, welcher Art der staatswirth-
sehaftliche Gewinn aus den Volkszählungsresultaten sein werde
Bios über die landwirtschaftliche Statistik möchten hier
noch einige Bemerkungen am Platze sein. Es werden gegen
wärtig, in den östlichen wie in den westlichen Provinzen, von
den achtbarsten Seiten die grössten Anstrengungen gemacht,
diese Lücke unserer vaterländischen Statistik auszufüllen. Die
Bestrebungen in diesem Sinne verdienen vom staatswirthschaft
lichen Standpuncte aus die höchste Anerkennung; nicht aber in
demselben Maasse vom statistischen. Und weshalb? Weil das
Sprüchwort: Das Beste ist der grösste Feind des Guten, nir
gends von grösserer Wahrheit ist, als in der Statistik. Wie
wahr es auch sei, dass es weit leichter ist, eine grössere Anzahl
ganz bestimmter Detailfragen zu beantworten, als eine kleinere
allgemeiner Fragen, so ist doch das Antworten auf statistische
Fragen überhaupt schon eine höchst missliebige Sache. Wer
die Statistik braucht, kann von ihr und durch sie nie genug
erfahren; selten denkt aber auch Der, der sie im praktischen
Geschäftsleben am Nöthigsten braucht, daran, das sie nichts
erfinden kann und darf, dass alle ihre Angaben nichts weiter
als das Resultat der Befragung der Einzelnen sein können.
Indess Dem sei wie wolle; in das Unvermeidliche muss man
sich fügen und die amtliche Statistik am Allerersten. Sie kann
es daher aber auch nicht als einen Gewinn betrachten, wenn
von amtlicher, halbamtlicher oder privater Seite ausserhalb
eines bestimmten Organisationsplanes mit directen Befragungen
vorgegangen und in die innersten Details des wirthschaftlichen
Lebens einzudringen gesucht wird, weil dies die Abneigung
gegen die Statistik nothwendigerweise nur erhöht. Aufrichtig
gesprochen, bringen auch zu viele Details weder der Statistik
noch der Staatswirthschaft einen grösseren Gewinn. Die grossen
allgemeinen wirthschaftlichen und socialen Gesetze, auf deren
Entwickelung es ja doch hauptsächlich ankommt, gehen nicht
aus Kleinigkeiten hervor, sondern aus den von der Natur der
Dinge mit starken Zügen geschriebenen Erscheinungen. Die
Details ergeben sich hieraus gewissermassen von selbst, ja
richtiger sogar, als aus director Befragung.
Es soll hiermit keineswegs behauptet werden, dass die
oben angedeuteten Tabellen über die Landwirtschaft und ihr
Inhalt dem Bedürfnisse der landwirtschaftlichen Statistik schon
vollständig genügen können. Nicht entfernt. Jedoch darf Das
wohl behauptet werden, dass wenn in jedem und namentlich
im preussischen Staate nur alle die durch diese Tabellen be
rührten Dinge genau bekannt wären, die landwirtschaftliche
Statistik sich eines grossen Fortschritts zu berühmen Ursache
haben möchte.
Aehnliches gilt von der Gewerbestatistik. In der Industrie
fast noch mehr wie in der Landwirthschaft erscheinen oft ge
wisse Details ungemein der allgemeinen Befragung wert, die
es nicht sind, wie dies ja weiter oben auch schon angedeutet
wurde. Dazu kommt noch in der Industriestatistik die Concurrenz,
weil sie eine Macht seltener Stärke ist. Es können auf die Dauer
z. B. nicht Feinspindeln neben einander bestehen, davon die
eine unter übrigens gleichen Umständen das Doppelte oder
einen erheblichen Bruchteil mehr leistet als die andere. Kennt
man daher einige Spinnereien mittlerer Beschaffenheit ganz
genau, so lässt sich leicht ein Rückschluss auf den Stand der
übrigen machen, weil die Concurrenz gewissermassen auf ein
gleiches Niveau derselben gewaltsam hindrängt. In technischer
Beziehung liegt die Sache freilich ganz anders, aber um diese
handelt es sich hier nicht, sondern nur um die statistische.
Die so eben zwar nur flüchtig angedeuteten Gesichtspuncte
haben allenthalben bei der Stellung der Fragen in den Haus-
haltungs-, Haus- und Ortslisten obgewaltet. Jeder Frage,
sicher aber jeder neugestellten, liegt ein staatswirthschaftliches
Motiv erster Ordnung zu Grunde. Dennoch werden einzelne
Fragen grossen Anstoss erregen. Die Antworten darauf sind
auch nicht zu erzwingen. Das Bedürfniss ringt sie dem Ein
zelnen nach und nach von selbst ab. Und kaum möchte für
diesen Ausspruch ein zutreffenderes Beispiel zu finden sein,
als das, welches die landwirtschaftliche Statistik in Irland
darbietet.
Eines ausführlichen Beweises, dass dies wirklich der Fall sei,
wird es nicht bedürfen, da die Anordnung der Tabellen und
der Hinweis auf ihren künftigen Inhalt für sich selbst spricht.
Man mag indess über den Innern Werth des durch ge
nannte Tabellen der Beilage III. angedeuteten Inhalts eine An
sicht haben, welche man wolle, so wird doch ihre Reichhaltig
keit, ihr systematischer Aufbau nicht in Zweifel gezogen werden
können. Innerhalb desselben kann der Ausbau auch allmählig
vorgenommen werden. Die baldige Inangriffnahme des Baus
selber aber zu verschieben, ein Zaudern, ob man nicht sogar
mit der Grundlegung noch warten könne, würde dem preus
sischen Staate nach vielen Seiten hin zum grossen Schaden
gereichen. Um ihn abzuwenden und um zu einer noch voll-
kommneren Selbstkenntniss zu gelangen, lohnt es sich ge
wiss der Mühe, schon in allernächster Zeit darauf bedacht zu
sein, den Massregeln Eingang zu verschaffen, durch welche unter
den obwaltenden Verhältnissen einzig und allein das Ziel zu
erreichen sein dürfte. Dass dies keineswegs so schwierig ist,
als es zu sein scheint, geht am Besten aus der Schilderung
der Ausführung der Arbeit, der Volkszählung und Beschrei
bung hervor.