Full text: Rapport sur l'organisation de l'enseignement industriel en Allemagne et en Suisse

Über die Menge und den Metallgehalt der Siegerländer Förderung in 
den letzten Jahren gibt die Anlage 3*) Auskunft. Sie zeigt den Höhepunkt 
der Vorkriegsförderung mit fast 2'/, Millionen Tonnen im Jahre 1913, 
die durch Leutemangel und Leistungsrückgang bedingte Förderminderung 
von 1916 ab und die Auswirkung der Revolution und ihrer Folgeer- 
scheinungen bis Ende 1924. In dieser Zeitspanne ging die Leistung je 
Mann und Schicht bis auf */3 der Vorkriegsleistung zurück. Das Jahr 
1925 brachte nach der Stabilisierung der Mark eine Belebung, bedingt 
durch das Bestreben aller Werke, nach Wiederkehr geordneter Verhält- 
nisse auch die Gruben wieder zu einem CGleichgewichtszustand zu 
bringen, und den Rückschlag 1926, der ausgelöst wurde durch die Er- 
kenntnis der Unmöglichkeit bei dreigeteilter Schicht über Tage und 
verkürzter Schichtzeit unter Tage trotz des guten Willens der Arbeiter- 
schaft und der damit verbundenen Leistungserhöhung ohne starke Zu- 
bußen zu arbeiten. 
Dieser Rückschlag setzte derart scharf ein, daß das Gebiet an den 
Rand des Verderbens geriet und der Jahrhunderte alte Bergbau an der 
Sieg vollständig zum Erliegen zu kommen drohte. Während 1913 
60 Gruben im Betrieb waren und mit einer Belegschaft von über 
10 000 Mann monatlich 200 000 Tonnen Eisenstein erzeugt wurde, waren 
in den Nachkriegsjahren schon 32 Betriebe als unrentabel ausgeschieden 
und: von dem Rest der 28 besten Gruben mußten nunmehr weitere 17 
die Förderung einstellen, da die Unkosten des Stillstandes und die 
Kosten der Wasserhaltung geringer waren als die Verluste, die bei Auf- 
rechterhaltung der Förderung entstanden wären. Nur 11 Gruben waren 
in der Lage weiterzuarbeiten, und auch diese sahen ihrer Stillegung 
entgegen. Die Belegschaft war im April 1926 auf 4000 Mann gefallen 
und die Förderung erreichte mit etwa 65 000 Tonnen ihren Tiefstand. 
Bei dieser verzweifelten Lage entschlossen sich Reichs- und Staats- 
regierung durch Gewährung einer Absatzprämie von zusammen 2 RM 
pro Tonne geförderten und abgesetzten Eisensteins dem Notstandsgebiet 
zu helfen mit dem Erfolg, daß die Förderung sich von Monat zu Monat 
hob und im März 1927 200 000 Tonnen wieder überschritt. Nach dem 
Ergebnis des ersten Halbjahrs 1927 mit etwa 1100 000 Tonnen steht 
zu erwarten, daß das Jahr 1927 der Höchstförderung von 1913 nicht 
wesentlich nachstehen wird. 
Diese Förderung von monatlich fast 200 000 Tonnen wird aber im 
Gegensatz zur Vorkriegszeit nicht mehr von 60, sondern nur von 28 
Gruben erzeugt, einerseits ein Beweis für die durchgeführte Rationali- 
sierung, andererseits für die Anspannung der betriebenen Werke und 
die Notwendigkeit, die an und für sich in der Kriegs- und Nachkriegs- 
zeit stark vernachlässigte Aus- und Vorrichtung soweit denkbar zu er- 
höhen. Die Staatshilfe hat es ermöglicht, auf diesem Gebiet vorwärts 
zu kommen; es entfielen in der zweiten Hälfte 1926 12 °%, der Schichten 
auf Aus- und Vorrichtung, während 1913 14° in dieser Arbeit ver- 
fahren wurden. Die Überspannung der Förderung macht aber eine 
wesentliche Erhöhung dieses Anteils notwendige, wenn die jetzige Er- 
') Siehe S. 112. 
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