Object : Der Weltverkehr und seine Mittel

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XIII.  Kapitel.

labil  gestalten  und  die  Beziehungen  zwischen  Gläubiger  und  Schuldner  über
den  Haufen  geworfen  werden.  Wenn  auch  der  Biraetallismus  nicht  notwendig ­
  eine  beträchtliche  Überwertung  des  einen  Metalles  bedingt,  so  ist
sie  doch  stets  das  Moment  gewesen,  durch  welches  der  Bimetallismus  politisch
populär  gemacht  wurde.  Daher  war  der  Bimetallismus,  wie  er  während
der  letzten  zwanzig  oder  dreißig  Jahre  in  den  Vereinigten  Staaten  befürwortet ­
  wurde,  eine  Währung,  durch  die  das  Silber  eine  ganz  bedeutende  Überwertung ­
  erführe.  Diesem  Bimetallismus  zufolge  hätten  16  Unzen  Silber  als
das  Äquivalent  einer  Unze  Gold  zu  zirkulieren,  während  in  einem  großen  Teil
dieses  Zeitraumes  tatsächlich  30  oder  35  Unzen  Silber  erforderlich  waren,  um
den  gleichen  Wert  einer  Unze  Gold  zu  repräsentieren.  Eine  solche  Silberüberwertung ­
  würde  dahin  führen,  daß  Silber  aus  Mexiko,  Indien,  China  und
anderen  Silberwährungsländern  importiert,  größere  Quantitäten  dieses  Metalles ­
  produziert  und  in  den  Vereinigten  Staaten  zur  Prägung  kommen
würden,  worauf  das  Umlaufsmittel  auf  diese  Weise  in  hohem  Grade  und
ganz  plötzlich  im  Werte  sinken  müßte.  Dieser  Vorschlag  wurde  im  Jahre
1896  während  der  Kampagne  für  „freies  Silber“  durch  eine  Karikatur  ins
Lächerliche  gezogen,  die  die  Vereinigten  Staaten  als  Schiff  darstellte,  das
durch  die  Niagarafälle  segelnd  unterhalb  der  Fälle  glatt  dahinfährt  —
wenn  es  nur  die  Erschütterung  des  Falles  überlebt!
Der  Bimetallismus  ist  in  bezug  auf  die  Stabilität  einer  Geldwährung
das  einzige  System,  das  jemals  politisches  Gewicht  besessen  hat.  Die  Popularität ­
  dieses  Systems  liegt  viel  weniger  in  seiner  Fähigkeit,  die  Währung
zuguterletzt  stabil  zu  gestalten,  als  in  seiner  Kraft,  sie  sofort  aus  dem  Gleichgewicht ­
  zu  bringen.
Wir  gehen  nun  dazu  über,  die  Systeme  zu  erörtern,  die  niemals  das
Stadium  praktischer  Vorschläge  erreichten,  sondern  noch  gänzlich  akademisch
geblieben  sind.  In  erster  Reihe  ist  hier  der  Polymetallismus  zu  nennen,  der
eine  Verallgemeinerung  des  Bimetallismus  bedeutet.  Bei  der  Theorie  des
Bimetallismus  v'ird  die  Zirkulation  zweier  Metalle  nebeneinander  ins  Auge
gefaßt,  während  die  des  Polymetallismus  auf  ein  gleichzeitiges  Zirkulieren
von  mehr  als  zwei  Metallen  ausgeht.  Solange  als  mehrere  Metalle  zugleich
in  der  Zirkulation  erhalten  werden  können,  schwankt  das  Preisniveau  weniger
als  wenn  nur  ein  Metall  zur  Verwendung  kommt.  Doch  gelten  alle  gegen
den  Bimetallismus  erhobenen  theoretischen  Einwände  auch  für  den  Polymetallismus.
  Das  eine  Metall  würde  wohl  alle  anderen  Metalle  aus  dem
Lande  hinausdrängen,  oder  —  wenn  der  Polymetallismus  international  ist
—  in  die  gewerblichen  Verw r endungsgebiete.
            
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