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Die wirtschaftliche Bewegung, v3 
Volk ausersehen hat, über die Meere zu herrschen und auf Kriegs- und 
Handelsschiffen die englische Flagge in alle Erdteile zu tragen. Not- 
wendig aber muß eine solche Anschauung dazu beitragen, Handel und 
Wandel zu adeln, die Erwerbstätigkeit mit einem Geist zu erfüllen, der 
weit über die Profitsucht hinausgeht, und das ganze nationale Leben 
auf eine höhere Stufe zu heben, Ähnliche Beobachtungen können wir 
jetzt in Amerika machen. Auch hier erscheint es dem Kaufmann, 
dem Fabrikanten selbstverständlich, daß er nicht nur für sein persön- 
liches Interesse arbeitet, sondern mitverantwortlich ist für die Wohl- 
fahrt und den Ruhm des ganzen Landes, Aus solcher Gesinnung ent- 
wickelt sich weiterhin das Bestreben, opferwillig einzutreten, wo es 
sich um die Förderung öffentlicher und gemeinnütziger Veranstaltungen 
handelt. In England ist es seit der oben bezeichneten Epoche die 
Kolonialpolitik gewesen, welche die wirtschaftliche Entwick- 
lung mit der ganzen Kulturentwicklung aufs tiefste verquickt hat. Man 
muß sich bei solchen Betrachtungen stets daran erinnern, daß es der 
Angestellte eines geschäftlichen Unternehmens, WarrenHastin gs, 
gewesen ist, der für England die wichtigste Kolonie, Ostindien, gewon- 
nen hatte, Wir haben ein Jahrhundert später in Deutschland das 
gleiche erlebt. Auch hier waren es „königliche Kaufleute‘, welche die 
Flagge ihrer Heimat über das Meer hinaus trugen. Nun wird freilich 
mancher einwenden, daß die Gründung von Kolonien gerade diejenige 
Stelle sei, an der sich gegen das Eingangswort unseres Aufsatzes viel- 
leicht die meisten Bedenken erheben lassen. Den merchants aven- 
turious, den Conquistadores ist nicht immer das Gute gefolgt. Man 
denkt an den Opiumhandel, an den Sklavenhandel, an die skrupellose 
Art, mit der im Namen der Kulturmission die kolonisierenden Völker 
die Eingeborenen fremder Landstriche ausgebeutet und mit billiger 
Schundware überschüttet haben, Gewiß hat auch die wirtschaftliche 
Entwicklung manche Mißstände gezeitigt, und wir sind noch immer 
nicht über die Zeit der Kinderkrankheiten völlig hinaus. Jeder gerecht 
Denkende wird aber zugeben müssen, daß jene Anklage eben nur für 
die Übergangszeit Berechtigung hat. Kolonialgreuel und Kolonial- 
mißstände sind im ersten Stadium der wirtschaftlichen Entwicklung 
niemals zu vermeiden, Aber eine 2000jährige Geschichte zeigt, daß 
die chaotische Anfangszeit bald überwunden wird, und die Blüte 
gerade der Kolonialstaaten, die wir seit den altphönizischen und 
griechischen Kolonien bis auf unsere Tage verfolgen können, bildet 
umgekehrt den Beweis für die segensreiche Kraft, die in jeder gesunden 
kaufmännischen Unternehmung steckt. Es ist, wie wenn der Mosesstab 
den dürren Felsen berührt! Wüste, unfruchtbare Gegenden ver- 
wandeln sich in fruchtbare Ländereien, Straßen, Kanäle, Eisenbahnen
	        
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