beiden Industrien selbst zu wünschen und um so eher
möglich, als das Verwendungsgebiet der beiden Beleuchtungsarten
streng geschieden ist und diese
Scheidegrenze lediglich durch die Produktionswut
einzelner Gruppen sehr zu Ungunsten der Konsumenten,
die sich überreden Hessen, überschritten wurde.
Eine Angliederung der grösseren Acetylenapparatefabriken
an die kapitalkräftige Elektrizitätsindustrie
würde, vorausgesetzt, dass nicht eine Finanz- oder
Interessengemeinschaft, sondern wirklich eine Produktionsvereinigung
stattfände, die Fabrikation von
Acetylenappa'aten bedeutend billiger als jetzt gestalten
und dabei noch einen guten Gewinn abwerfen, einmal
weil nur eine geringe Quote' der Generalunkosten auf
sie zu entfallen hätte, zweitens weil die teuren Versuche
der sich einarbeitenden, und dann wechselnden
Ingenieure fortfallen würden und drittens der Vertrieb
durch den vorzüglich organisierten Vertreterapparat
keine Mehrkosten bedingen würde.
Allerdings bin ich mir auch vollkommen klar, dass
dieses Zukunftsbild eine phantastische Utopie ist, nicht
etwa vom rein kaufmännischen Standpunkte aus,
sondern weil das verbrannte Kind das offene Feuer
scheut Und sämtliche Elektrizitätsfirmen haben in
den ersten Jahren der Carbidindustrie bitterböses Lehrgeld
zahlen müssen. 1 )
Weit aussichtsreicher und praktisch durchführbar
erscheint mir eine Reorganisation der Acetylenindustrie
und damit eine Hebung des Carbidkonsums, wenn ein
Carbidsyndikat als zunächst interessierter Faktor mit
finanzieller Unterstützung einen Zusammenschluss der
1) Bemerkenswert ist, dass eine der grössten Elektrizitätsfirmen
tatsächlich im Jahre 190t längere Zeit Verhandlungen
geführt hat, den Acetylenapparatebau aulzunehmen. Die Verhandlungen
zerschlugen sich Frühjahr 1902.