Full text : Die Calciumcarbidindustrie

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eigenen  Grubenbetriebe  so  gut  wie  nichts  kosteten
und  der  damalige  Verkaufspreis  von  ca.  600  M.  pro  Tonne
Carbid  selbst  einen  derartigen  Betrieb  rentabel  machte,
so  hat  jetzt  hingegen  diese  Firma  ihre  vom  Syndikat
vorgeschriebene  Produktionsquote  an  ein  österreichisches
Carbidwerk,  das  ebenfalls  dem  Syndikat  angehört,  abgegeben, ­
  weil  das  Carbid  dort  billiger  hergestellt
werden  kann  als  im  eigenen  Betriebe.  In  gleicher
Weise  hat  eine  Aktiengesellschaft,  die  die  Hochofengase ­
  der  Hüttenwerke  zum  Antrieb  von  Gasmotoren
für  die  Produktion  von  Carbid  benutzen  wollte,  nicht
reüssiert.  Schliesslich  sei  der  Vollständigkeit  halber
hier  auf  eine  bemerkenswerte  Schrift  aufmerksam
gemacht,  die  Herr  Dr.  A.  Frank  zu  Charlottenburg
im  Aufträge  des  Ministers  für  Landwirtschaft  im
Dezember  1903  veröffentlicht  hat  und  welche  die
Ausnutzung  der  Torfmoorgase  in  Gasmotoren  zum
Gegenstand  hat.  Hiernach  würde  allerdings  ein  sehr
bedeutendes,  bis  jetzt  noch  brach  liegendes  Energielager ­
  einer  industriellen  Verwendung  zugeführt  werden
können,  es  erscheint  aber  fraglich,  ob  die  Technik
der  Grossgasmaschinen,  besonders  derjenigen  für
minderwertige  Heizgase,  bereits  soweit  fortgeschritten
ist,  dass  ihr  Betrieb  mit  dem  der  Wasserkraftmaschinen
konkurrieren  kann.
Für  die  Carbidfabrikation  kommen  tatsächlich  nur
die  Wasserkräfte  in  Betracht  und  zwar  auch  nur
grössere  mit  über  1000  PS.  Leistung,  weil  die
Fabrikation  in  noch  kleinerem  Umfange  unrentabel
ist,  zumal  da  die  Kosten  für  den  Ausbau  pro  Pferdestärke ­
  im  allgemeinen  um  so  kleiner  ausfallen,  je
grösser  die  Wasserkraft  ist.  Ein  weiterer  Umstand
von  Wichtigkeit  für  die  Beurteilung  einer  Wasserkraft
bildet  die  Lage  derselben.  Im  flachen  Lande  ist  das
Niederschlagsgebiet  grösser,  die  Wasserkraft  deshalb
            
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