Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

5. Kapitel 
der Allgemeinheit verschleudern, wenn er sie jeder 
Erfindung zur Verfügung stellen wollte. E hat kein 
anderes Recht vom Staate zu verlangen, als daß man 
ihm die Sicherheit gibt, seine Erfindung ohne Störung 
zu verwirklichen. 
Sn einer noch nicht durch Arbeitsteilung kompli 
zierten Welt müßte er die hierzu nötigen Apparate 
selbst Herstellen. Dazu würde seine Lebensdauer 
kaum ausreichen, somit sucht er sich fjilfe von seinen 
Mitmenschen und findet sie entweder darin, daß ihm 
andere ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen oder 
einen Fond von kristallisierter Arbeit, nämlich Kapital. 
hierzu ist aber Vorbedingung, daß die Besitzer 
dieser beiden Faktoren vertrauen zu der Erfindung 
haben. Sie müssen überzeugt sein, daß ihrer Arbeit 
ein Lohn wird, d. h. daß sie, wenn auch in ent 
fernter Zeit ein Eauschobjekt dafür erhalten. Weil 
nun die kristallisierte Arbeit, das Kapital, in viel 
höherem Maße befähigt ist, auf das Resultat warten 
und eventuell ganz darauf verzichten zu können, als 
die Lohnarbeit, so ist seine Mithilfe dem Erfinder die 
nützlichste, und sie ist es auch volkswirtschaftlich. 
Also der Erfinder überzeugt eine Anzahl von Men 
schen, die über die nötigen Mittel verfügen, von der Vor 
züglichkeit seiner Erfindung, und die Verbindung von 
Erfinder und Kapital geschieht in Form einer Ñktien- 
sellschaft, deren Wesen wir in Kap. 4 näher beleuchtet 
haben. 
Wollen wir nun die Wirkung dieses Kapitals auf 
die Arbeit ergründen, so dürfen wir nicht den Fall 
annehmen, daß das Unternehmen seine Arbeitskräfte 
von außen bezieht, sondern daß es sie aus dem Lande 
und aus der Umgebung sucht, wo es ins Leben tritt. 
HO
	        
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