Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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5. Kapitel 
Bodens durch den einzelnen unter dem Schutze der 
Gesamtheit gelöst haben. 
Zunächst, solange noch Land in hülle und Fülle 
vorhanden war, und jeder Stammesgenosse auch dem 
Waffenhandwerk obliegen mutzte, ist die Verteilung 
des Nutzungsrechtes eine sehr einfache und auch unent 
geltliche gewesen. Aber mit der Arbeitsteilung stellen 
sich die ersten Schwierigkeiten ein. 
Vas Waffenhandwerk, der Schutz des Landes gegen 
innere und äußere Feinde, gleitet langsam, um bei 
der germanischen Entwicklung zu bleiben, auf eine be 
vorzugte Klasse über, und die eigentümlichen politi 
schen Verhältnisse bedingen es, daß die, die den Boden 
beackern und bebauen, eines zwiefachen Schutzes bedür 
fen, einmal nach außen durch ein noch wenig konsoli 
diertes Reich und dann im Innern durch kleinere Macht 
zentren, da das große nicht ausreichte, um auch den 
inneren Frieden zu sichern. So sehen wir, daß die 
Könige ihre Vasallen für die Gegenleistung der heeres- 
folge mit Land belehnen, und diese wieder, zusammen 
mit den Klöstern, der Arbeit den unbedingt nötigen 
inneren Schutz angedeihen lassen, so mangelhaft er 
auch in manchen Fällen nach unseren Begriffen ge 
wesen sein mag. Jedenfalls waren diese Machtfaktoren 
die einzigen Kechtsquellen, aus denen die hergäbe des 
Grund und Bodens fließen konnte, denn ohne sie war 
Chaos, und wenn sie sich für die hergäbe des Landes 
einen Teil seines Ertrages ausbedangen, also die Grund 
rente, so lag hierin jedenfalls Vernunft, denn hier 
war Leistung und Gegenleistung vorhanden,' namentlich 
bei den Klöstern, die aus den Einkünften noch die Ñrmen- 
und Krankenpflege bestritten, Wege bauten, Schulen 
unterhielten, über Sitte und Ordnung wachten usw.
	        
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