Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

5.  Kapitel

Grund  urlò  Loden  möglichst  vielen  zugängig  zu  machen,
weil  sie  als  Bürger  in  die  Lage  kommen  konnten,  ihn
zu  brauchen,  zumal  er  für  die  Wohlhabenden  die  einzige
Möglichkeit  bot,  aus  ihrem  Verdienst  eine  Rente  zu
ziehen.  Tausend  Gulden  auf  Zinsen  auszuleihen,  galt
gegen  Zitte  und  Kirchenrecht,  aber  für  Tausend  Gulden
Land  kaufen  und  daraus  Pacht  und  Rente  zu  ziehen,
war  vornehm.  Infolgedessen,  und  in  Anbetracht  der
rein  aus  Grundrente  fließenden  vermögen  der  Klöster
und  Feudalherrn,  kann  man  auch  getrost  behaupten,
daß  die  ganze  Rapitalbildung  des  Mittelalters  aus
der  Grundrente  geflossen  sei.  wenn  auch  Vermögensbildungen ­
  durch  Handel  und  Gewerbe  und  zum  guten
Teil  auch  durch  Raub  entstanden  sind,  so  war  doch  die
Konservierung  dieser  Reichtümer  nur  auf  dem  Wege
der  Grundrente  möglich.  So  spielte  z.  B.  die  Bergwerksrente ­
  bekanntlich  bei  den  Riesenvermögen  der  Fugger
und  Welser  eine  große  Rolle.
Ñm  deutlichsten  sehen  wir  den  politischen  Einfluß
auf  die  Verteilung  der  Grundrente  bei  jenen  bäuerlichen ­
  Freistaaten,  wie  der  Schweiz  und  Dithmarschen.
Während  wir  dort,  wo  der  einzelne  Feudalherr  oder
das  Kloster  den  Schutz  ausübt,  auf  der  einen  Seite
unverhältnismäßig  großen  Reichtum,  auf  der  andern
die  bitterste  Ñrmut  sehen,  ist  der  breite  Bauernstand
dort,  wo  er  den  Schutz  des  Landes  in  die  eigene  Hand
genommen  hat,  auch  der  Bezieher  der  Grundrente,  und
der  daraus  fließende  Wohlstand  ist  allgemein.
In  allen  Fällen  aber  floß  die  Grundrente ­
  ursprünglich  dahin,  von  wo  die  Gegenlei ­
  stung  des  Schutzes  von  Leben  und  Eigentum ­
  ausging,  und  wir  sehen  aus  ihrem  Entstehen, ­
  daß  sie  im  Grunde  keine  Bezahlung
            
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