Full text : Laienbrevier der National-Ökonomie

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6.  Kapitel

gleichen,  und  Deutschland  hat  seinerzeit  bei  Einführung
der  Goldbasis  einen  großen  Fehler  gemacht,  daß  es
damals  nicht  jede  Gelegenheit  benutzte,  um  das  vorhandene ­
  Silber  abzustoßen.
Tïïaît  fürchtete  den  dadurch  unbedingt  erfolgenden
Preissturz  und  übersah  ganz,  daß  durch  künstliche  Hochhaltung
  des  Silberwertes  die  Produktion  so  angeregt
werden  würde,  daß  der  Preisrückgang  doch  einmal  eintreten ­
  mußte  und  zwar  in  verschärfter  Form.
Es  ist  heute,  wie  gesagt,  gar  kein  Grund  mehr
vorhanden,  weshalb  wir  uns  zum  prägen  des  Geldes
noch  des  Edelmetalls  bedienen.  Jede  andere  Substanz
tut  dieselben  Dienste,  es  sind  nur  drei  Bedingungen
zu  erfüllen:  die  Prägung  muß  die  höchstmöglichste
Sicherheit  gegen  Fälschung  geben,  die  Substanz  muß
reinlich,  dauerhaft  und  nicht  zu  voluminös  fein,  und
dasGeldmuß  jederzeit  gegen  ein  bestimmtes
Quantum  einer  allgemein  beliebten  Ware
einzutauschen  sein.
Ñls  geeignetste  hat  sich  hierfür  im  Laufe  der  Jahrhunderte ­
  das  Gold  herausgestellt,  und  damit  kommen
wir  zu  einer  Erörterung  über  die  viel  umstrittene
G  old  basis.
Das  Goldgeld  haben  wir  für  überflüssig  erklärt,
aber  wie  steht  es  mit  der  Goldbasis  für  unser  Papiergeld? ­

Es  gibt  Nationalökonomen,  die  auch  die  Notwendigkeit ­
  dieser  Basis  leugnen.  Sie  ist  unzählige  Male  angefochten ­
  worden.  In  der  Tat  gibt  es  auch  eine  Reihe
sonst  hoch  entwickelter  Länder  ohne  eine  Edelmetallbasis,
d.  h.  mit  reiner  Papiergeldwährung,  und  teilweise  er-
            
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