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6. Kapitel
ltd) mit diesem, und nicht allein hiermit, sondern auä)
noch mit jeder richtigen oder verkehrten wirtschafts
politischen Maßnahme der betreffenden Regierungen,
sowie mit jeder Vermehrung oder Verminderung des
Papiergeldes selbst.
Der Papiergeldausgabe ohne Ldelmetallbafis fehlt
eben die fidlere Norm ihres Umfanges. Einer Re
gierung, die ehrlich bestrebt ist, ihr versprechen zu
halten, jederzeit gegen einen Zwanzigmarkschein 8 g
Gold auszuliefern, ist ein auf Wahrscheinlichkeitsrech
nung beruhender Notenumlauf durch die Erfahrung
vorgeschrieben, wo diese Bafts fehlt, gewinnen zu
leicht jene Rnschauungen überhand, daß man wirt
schaftliche Notstände einfach durch Papiergeldausgabe
beseitigen könne, ungefähr nach demselben Rezept, wie
man den Warenbestand vermehren könnte, indem man
Maß und Gewicht verkleinert, womit nicht gesagt sein
soll, daß nicht gern eine gewisse Elastizität der Um
laufsmittel eintreten kann. Theoretisch ist es na
türlich einerlei, ob ein Edelmetall oder eine andere
Ware als Basis des Notenumlaufs dient. Das Betriebs
kapital der Volker braucht auch gar nicht in ge
münztem Golde zu bestehen. Einfache Gold- oder
Silberbarren würden vollständig genügen, wie seiner
Zeit in Hamburg, ebenso Rupferbarren, wie heute
noch im nördlichen China. Ruch Nickel und Lisen könnte
man nehmen. Rber das führende Volk der modernen
Handelswelt, England, wählte Gold als die Ware, die
ihm die Zweckmäßigste schien, und so mußten die übrigen
handeltreibenden Länder wohl oder übel folgen, wenn
sie nicht fortgesetzt Verluste erleiden wollten.
Der Hergang, der zu diesem Zwange führt, ist
ja auch der denkbar einfachste,' man muß sich nur