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7. Kapitel
wird eine ganz andere Grundrente für den zum Roggen
bau geeigneten Loden haben, als ein solches, dessen
Geschmack dieses Brot ablehnt, und bei zunehmender
Liebe für Fleischnahrung steigt die Grundrente sol
chen Weizenbodens, der sich zur ñnlage von Dauer-
weiden eignet, ohne daß er deshalb der bessere zu
sein braucht, während mit dem Übergang eines Volkes
zum Vegetarismus, oder schon mit einer ausgesprochenen
Hinneigung dazu, diese Grundrente wieder verschwinden
würde.
vor noch nicht 50 Jahren war es weit mehr Mode,
Rot- als Weißwein zu trinken, und dementsprechend
war die Grundrente in der Weingegend Frankreichs
unvergleichlich viel höher als am Rhein und an der
Mosel, heute, wo die leichteren Weißweine den fran
zösischen Weinen im Geschmack des Publikums den Rang
streitig machen, steigt in demselben Maße, wie ihre Be
liebtheit zunimmt, die Grundrente bei uns und bleibt
in Frankreich zurück.
Die Grundrente der Tabakpflanzungen auf Ruba
ist um ein vielfaches höher als in Brasilien und
zwar aus keinem anderen Grunde, als daß die Mode
den Havannatabak vorzieht. Diese Bevorzugung ist
etwas Unwägbares, Unmeßbares,- aber sie reicht aus,
um wirtschaftlich höchst einschneidend zu wirken.
Zollten tonangebende Rreise auf die Idee kommen,
den Brasiltabak für das vornehmere Rraut zu er
klären, dann würde die Grundrente in Brasilien steigen,
auf Ruba sinken.
Unser heutiger Geschmack für Berggegenden hat der
Schweiz die ungeheure Grundrente gebracht, die sie nie
haben würde, wenn die Menschen sich ihren Uatur-