Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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8. Kapitel 
Rechte erklären kann, wie seinerzeit der englische 
Premierminister Balfour: „Ich erstrebe den Schutz 
zoll, weil ich Freihändler bin." 
Den Schlüssel hierzu bietet der Kampfeszustand 
der Nationen. 
Im kampfleeren Raum, also innerhalb der na 
tionalen Nlachtsphäre, ist die Notwendigkeit des freien 
Güteraustausches so allgemein anerkannt, daß man kein 
Wort darüber zu verlieren braucht. Nein Volk denkt dar 
an, innerhalb seines Machtbereiches Zollschranken zu er 
richten, selbst die vereinigten Staaten nicht, trotzdem die 
einzelnen Glieder dieses Staatenbundes die verschieden 
artigsten wirtschaftlichen Verhältnisse aufweisen und 
an sich ungeheure Produktionsgebiete bilden, wären 
Schutzzölle an sich etwas Wünschenswertes, dann wären 
sie Z.B. zwischen Pensplvanien und Kalifornien viel be 
rechtigter als zwischen Deutschland und Ästerreich. Cs ist 
eine eigentümliche Ironie der wirtschaftspolitischen Ge 
schichte, daß das schutzzöllnerischste Land der Welt, die 
vereinigten Staaten, zwischen den einzelnen Gliedern 
absoluten Freihandel hat, während im britischen Welt 
reich, an dessen Spitze das Freihandelsland par excel 
lence, England, steht, zwischen den einzelnen Kolonien 
Schutzzollschranken, selbst gegen das Mutterland aufge 
richtet worden sind. Kanada, Ñustralien, Kapland sind 
vollständig autonome Schutzzollgebiete. Die Erklärung 
hierfür ist ungeheuer einfach. Bei der menschlichen 
Selbstsucht, die, wenn sie nur irgend kann, die Freiheit 
des Tausches zu ihren Gunsten zu beeinflussen sucht, 
kann diese nur durch Übereinkommen, in letzter Linie 
also durch Macht, aufrecht erhalten werden. Dieses 
geschieht im nationalen Staat und kann geschehen! In 
den Vereinigten Staaten ist auch die Macht vorhanden,' in
	        
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