Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

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2. Kapitel 
daraus, daß in dem Maße, wie die Ñuffassung vom 
Notwendigen in den verschiedenen Völkern und den 
verschiedenen Zeiten wechselt, der Maßstab schwankt. 
Angenommen, zur Erhaltung unseres Negers sind 
50 Tage Arbeit nötig, die er selbst zu leisten pflegt. 
Da werden von einer durchziehenden Expedition Träger 
dienste gesucht, und man bietet für 40 Tage einen 
Ballen Baumwollzeug. Nach welchem Maßstab wird 
unser Neger diesen Ballen bewerten? 
Können wir das klar herausschälen, dann haben 
wir auch die Basis für den Tauschwert aller übrigen 
Güter gefunden, was wird den Schwarzen zunächst zur 
Annahme oder Ablehnung des angebotenen Tausches ge 
gen seine Arbeitskraft veranlassen? Sein subjektives Ge 
fühl, wie viel Tage seiner gewohnten Arbeit er wohl 
darum geben würde, um in den Besitz des gewünschten 
Gegenstandes zu kommen, ein Urteil, das sich meist 
darauf stützt, daß man bei anderen dieselben Ansichten 
voraussetzt. 
Glaubt der Schwarze, daß er von seinen Neben 
menschen für das in Aussicht gestellte Zeug nur so 
viel Lebensmittel wird eintauschen können, wie er 
selbst schon in 30 Tagen herzustellen imstande wäre, 
so wird er den 40 tägigen Trägerdienst! ausschlagen, 
glaubt er aber seinerseits das Arbeitsresultat von 
60 Tagen dagegen zu erzielen, wird er den angebotenen 
Lohn und den Dienst annehmen. Natürlich sind das 
nur gefühlsmäßige, nicht rechnerisch gefundene Ent 
schlüsse. 
wenn er nun mit dem erworbenen Ballen in sein 
Dorf zurückkehrt, was ist dann dessen wert? Ganz 
gewiß nicht die 40 tägige Arbeit, die er als Träger 
hineingesteckt hat, um ihn zu gewinnen, denn für seinen
	        
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