Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

43 
Arbeit und Eigentum 
oòer die Vergewaltigung eines Menschen durch den 
andern zur Fronarbeit, mit nationalökonomischen Her 
gängen vergleichen zu können, was Raub und vergewal- 
tigung zum Zwecke des arbeitslosen Erwerbes im 
Gründe bedeuten. 
Jemandem die Früchte seiner Arbeit, oder auch nur 
einen Teil derselben, zur Befriedigung eigener Be 
dürfnisse mit Gewalt abnehmen, heißt, ihm keine Ge 
genleistung aus eigener Arbeit bieten, son 
dern etwas, das zu genießen der andere 
ohne weiteres als Mensch ein Recht hat. 
Der Räuber, der vom Reisenden seine Börse oder 
sein Leben fordert, nimmt diesem den Ertrag seiner 
Arbeit und gewährt ihm etwas dafür, wozu der andere 
so wie so ein Recht hat, nämlich sein Leben. 
Der Sklavenhalter, der den Sklaven bei Andro 
hung von Peitschenhieben zur Arbeit zwingt, gewährt 
ihm als Gegenleistung für seine Arbeit eine Schmerz- 
ļosigkeit, aus die der andere als Mensch vom Mit 
menschen so wie so ein unbestrittenes Recht hat. 
Diese Definition ist sehr viel wichtiger, als sie 
ouf den ersten Blick erscheint,' sie zeigt haarscharf die 
renzlinie zwischen einem gerechten und ungerechten 
auschş zwischen einem Tausch, der beiderseitig nutz- 
singend ist, und der demnach das Volksvermögen ver 
mehrt, und einem solchen, der nur einseitigen Vorteil 
tetet und somit den gerechten Güterverteilungsprozeß 
stört. 
Wir werden beim Rapite! über den Tausch sehen, 
mn wie eigentümliches Schlaglicht hierdurch auf manche 
Hergänge unseres Wirtschaftslebens fällt, die uns heute 
ņoch als durchaus einwandfrei gelten.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.