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3. Kapitel
(Es ist ohne weiteres klar, daß, bei einer Unter
suchung über die Entstehung von Werten durch Arbeit
und ihre Verteilung durch Tausch, alle Fälle ausschal
ten müssen, wo der eine sie dem andern einfach weg
nimmt, d. h. wo der eine dem andern für sein er
arbeitetes Tauschobjekt etwas bietet, das auch ohne
fein Dazwischentreten vorhanden wäre, das aber der
andere kraft der größeren Macht des ersteren gezwungen
ist, als vollwertiges Tauschobjekt anzunehmen. Also
Arbeit und Raub stehen sich nicht nur ethisch sondern
auch volkswirtschaftlich schroff gegenüber.
Was wir aber nicht von der Arbeit trennen kön
nen, ist die menschliche Tätigkeit zur Verhütung
jedes Raubes oder jeder Ungerechtigkeit, wie aus der
weiteren Untersuchung hervorgehen wird.
Wollen wir einen klaren Einblick in das wesen
der Arbeit gewinnen, müssen wir auf ihre ursprüng-
lichste Form zurückgreifen.
Unter den einfachsten Verhältnissen stellt sie sich
so dar, daß der Mensch seine Nahrung sucht, wenn
er hungrig ist, daß er unter den Gaben der Natur
das passendste aussucht, um sich durch Kleidung oder
Wohnung gegen die Unbilden der Witterung ZU
schützen, und daß er sich verteidigt, wenn ein
anderes Lebewesen, Tier oder Mensch, ihn*
die erworbenen Güter streitig machen will-
Schon diese primitivste Arbeit enthält also sowohl
geistige wie körperliche Anstrengung, und Verteidigung^
kämpf. Lin zwecklos ausgeführter Gang in eine Ge-
gend, wo erfahrungsgemäß keine Nahrungsmittel Z"
erwarten find, ist keine Arbeit im volkswirtschaftlichen
Sinne, ebensowenig, wie die unintelligente Auswahl
eines Stoffes zur Kleidung, der diesen Zweck nicht er-