Full text: Laienbrevier der National-Ökonomie

69 
Arbeitsteilung und Kapitalbildung 
ja, sie stehen auch ethisch vollkommen gleich, sobald 
das Kapital eben kristallisierte geistige Arbeit in 
reinster $om darstellt. 
Wenn z. B. zwei Gelehrte eine Erfindung X ge 
meinsam lösen, so gebührt beiden der gleiche Ver 
dienst, der nicht geschmälert wird, wenn der eine sich 
erst auf dem Umwege einer anderen Erfindung, die 
wir I) nennen wollen, die Mittel verschafft, um seinem 
freunde die Ausführung von X zu ermöglichen. 
Eine Erfindung, die nicht zur Ausführung kommt, 
existiert volkswirtschaftlich nicht, sie ist gänzlich wert 
los, und wenn sie nur auf einem Umwege erreicht 
werden kann, so ist dieser genau so wichtig wie sie 
selbst. 
hier liegt ein einfacher Akt zweckmäßiger Arbeits 
teilung vor. Das Kapital gibt dem Erfinder die Mittel 
Zur sofortigen Nutzbarmachung seiner Erfindung, es 
leiht ihm gewissermaßen die Maschine, und als Leihschein 
dient die Aktie, wenn nun jemand durch die Um 
stände gezwungen wird, seinen Aktienbesitz zu ver 
kaufen, so heißt das in anderen Worten, daß er nicht 
wehr in der Lage ist, seine Leistung dem Erfinder 
gegenüber zu erfüllen, er will seinen Anteil an der 
Waschine zurückhaben, was natürlich den Betrieb stören 
würde. Somit tritt durch den Verkauf der Aktie ein 
anderer an seine Stelle, und dieser leistet durch 
ihren Ankauf dem Erfinder genau so gut 
einen Dien st wie jener, der ihm zuerst die 
Wittel zur Ausnützung seiner Erfindung zur 
Verfügung stellte. 
Das Verhältnis der Arbeit zum Kapital bleibt 
durch diese Übertragungen ganz unberührt, und der 
Zweite und dritte Besitzer der Aktie beuten sie ebenso-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.