5. Kapitel
Die Bedeutung des Tausches im
Arbeits- undlvertbildungsprozetz
Bei Behandlung der Arbeitsteilung habe ich ab
sichtlich jene Wirkungen nur ganz kurz gestreift, die
sie auf Erleichterung der Arbeit, Zeitersparnis, Ver
vollkommnung in der Arbeitsleistung usw. ausübt, alles
Dinge, über die man in jedem Konversationslexikon
oder Wörterbuch der Volkswirtschaftslehre nachlesen
kann. Woraus aber verhältnismäßig wenig Gewicht
gelegt wird, und worin uns dennoch einer der wesent
lichsten Vorteile der Arbeitsteilung zu liegen scheint, das
ist, daß sie den „Tausch" bedingt; denn weil der Klensch
zur Befriedigung seiner Bedürfnisse ja nicht irgendeine
Einzelheit des Gütererzeugungsprozesses braucht, son
dern einen möglichst vielseitigen Anteil, so muß das,
was in der Arbeitsteilung auseinanderstrebt, sich irgend
wie wieder zusammen finden, und diesen Ausgleichs
prozeß besorgt der Tausch.
3n diesem Tausche sehen wir bei weitem das ge
waltigste Moment im Arbeitsteilungsprozeß, denn die
dem Tausch anhaftende Eigentümlichkeit, daß es in
seinem Wesen liegt, für beide Teile von Vor
teil zu sein, bildet gewissermaßen die wirtschaftliche
Zelle, aus der sich unsere gesamte kulturelle Ent
wickelung, soweit sie auf materieller Grundlage steht,
aufbaut.
Natürlich ist erste Vorbedingung hierfür, daß der
Tausch frei sei. Ist er das, dann folgt daraus mit