Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

Der  Grundfehler  der  capitalistischen  Wirtschaftsordnung, ­
  und  zwar  nicht  nur  in  Hinsicht  auf  die  Verteilung, ­
  sondern  auch  in  Hinsicht  auf  die  Productivität  der
gesellschaftlichen  Arbeit,  beruht  —  wie  ganz  natürlich
ist  —  darin,  dass  die  besitzende  Classe  den  von  den  Werktätigen ­
  Classen  erzeugten  Mehrwert  für  sich  mit  Beschlag
belegt.
Es  wäre  gewiss  eine  verkehrte  Auffassung  —  die  man
aber  fälschlich  den  Socialisten  zuschreibt  —,  einzig  und
allein  die  Handarbeit  als  productiv  zu  betrachten  und
folglich  in  allen  Einkommensformen,  die  nicht  im  engen
Sinne  des  Wortes  einen  Lohn  bilden,  nur  eine  unerlaubte
Bereicherung  zu  sehen.*)
Im  Gegenteil  leuchtet  ein,  dass  alle,  die  eine  nützliche
Arbeit  verrichten,  die  wirklich  an  dem  gesellschaftlichen
Werke  teilnehmen,  von  den  Ingenieuren  und  Fabrikdirectoren
  bis  zu  den  Gelehrten  und  Künstlern,  die  eine
notwendige  Ergänzung  zu  der  reinen  Production  schaffen,
mit  vollem  Rechte  ein  Gehalt  beziehen  und  ihren  Teil
von  den  Producten  nehmen,  die  sie  erzeugen  helfen.

*)  Vergl.  dazu  besonders,  was  Marx  im  23.  Capitel  des
III.  Bandes  seines  Capital  über  die  Arbeit  der  Leitung  sagt:
Wenn  ein  Capitalist  sein  Unternehmen  selbst  leitet,  so  „schafft  er
Mehrwert,  nicht  weil  er  als  Capitalist  arbeitet,  sondern  weil
er,  abgesehen  von  seiner  Eigenschaft  als  Capitalist,  auch
arbeitet.  Dieser  Teil  des  Mehrwerts  ist  also  gar  nicht  mehr  Mehrwert, ­
  sondern  sein  Gegenteil,  Aequivalent  für  vollbrachte  Arbeit.“
(Das  Capital,  III.  Band,  pag.  368.)  Und  weiterhin  (pag.  373):
„Dass  nicht  die  individuellen  Capitalisten,  sondern  die  industriellen ­
  managers  ,die  Seele  unseres  Industriesystems'  sind,  hat  schon
Herr  Ure  bemerkt.“
            
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