Um diese Dinge in ihrer wahren Natur zu erkennen,
muss man sie in ihrer Gesamtheit überschauen. Auf diesen
Standpunct stellt sich auch Marx, wenn er zeigt, wie sich
der im Productionsprocesse geschaffene Mehrwert in Profit
wandelt, um sich im Circulationsprocess endlich in der
Form des Durchschnittsprofits zu realisieren.*)
Abgesehen von Ausnahmefällen, so sagt Marx dem
Sinne nach, erhalten die Capitalisten beim Verkauf ihrer
Waren nicht den in ihrer Productionssphäre geschaffenen
Mehrwert. Sie lösen vielmehr nur soviel Mehrwert und
daher Profit ein, als vom Gesamtmehrwert oder Gesamtprofit,
der vom Gesamtcapital der Gesellschaft in allen
Productionssphären zusammengenommen in einem gegebenen
Zeitabschnitt produciert wird, bei gleicher Verteilung
auf jeden aliquoten Teil des Gesamtcapitals fällt.
„Die verschiedenen Capitalisten verhalten sich hier, soweit
der Profit in Betracht kommt, als blosse Actionäre einer
Actiengesellschaft, worin die Anteile am Profite gleichmässig
verteilt werden“, pro rata ihres eingeschossenen
Capitals.
Je (mehr sich die Vorherrschaft der capitalistischen Production
durchsetzt, je mehr sich der Besitz mobilisiert und
in Verkehrswerte verwandelt, um so mehr suchen sich
auch die Profite in den verschiedenen Branchen auszugleichen,
— wobei natürlich die Verschiedenheit des
Risicos und der Einfluss der Monopole und der vorübergehenden
Schwankungen des Marktes in Rechnung zu
stellen sind. Wenn in der That in einem Zweige der
Production oder des Handels die Profite längere Zeit hindurch
das Mittel übersteigen, dann strömen dorthin die
Capitalien zu und senken durch ihre Concurrenz, entsprechend
den Gesetzen von Angebot und Nachfrage, die
Profite wieder; wenn sie umgekehrt längere Zeit hindurch
*) Siehe Marx: Das Capital, III. Band: Der Gesamtprocess
der capitalistischen Production, §1, 119. (Hamburg, Otto
Meissner, 1894.)