Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

tion for the abstinence) seit den Tagen Seniors in der 
Nationalökonomie eine Rolle gespielt hatte, erkennen heute 
Nationalökonomen, wie Sidgewick, die Berechtigung der 
so.cialistischen Kritik an dieser angeblichen Rechtfertigung 
des arbeitslosen Einkommens an. „In Wirklichkeit,“ so 
sagt Sidgewick, „ist der Anteil des Arbeiters an den 
Arbeitsproducten aus zwei sehr verschiedenen Gründen 
geringer, als er sein würde, wenn die Productivität seiner 
Arbeit ebenso hoch sein könnte, ohne dass er Arbeits 
instrumente nötig hätte: i. weil er einen Teil seiner Zeit 
zur Fabrication dieser Instrumente verwenden muss; 
2. weil er einen anderen Teil seiner Zeit verwenden muss, 
um Consumtionsgüter herzustellen, die der Besitzer des 
Capitals als Zins einnimmt und verschwendet, anstatt sie 
zu sparen.“*) 
In einer socialistischen Wirtschaftsordnung würde nur 
der erste dieser Gründe existieren : die Gesamtheit müsste 
sich Beschränkungen auferlegen und einen Teil ihres 
Arbeitsproductes zur Unterhaltung und Erneuerung des 
gesellschaftlichen Capitals aufsparen und verwenden ; aber 
darüber hinaus brauchte sie nichts mehr zu zahlen, um 
die Capitalisten anzureizen, sich Beschränkungen aufzuer 
legen und Ersparnisse zu machen, anstatt ihr gesamtes 
Einkommen zu verzehren. 
So wird es übrigens heute schon in den Genossenschaf 
ten und den Staatsbetrieben in Beziehung auf den Teil 
des Capitals gemacht, der nicht aus Anleihen besteht. 
Die Gesellschaft, der Staat oder die Gemeinde nehmen von 
den Erträgnissen des Unternehmens oder von den Bei 
trägen und Steuern ihrer Mitglieder das, was zur Ver 
besserung des Werkzeugs und zum Betriebe des Unter 
nehmens nötig ist. Das Sparen wird somit eine collective, 
anstatt eine individuelle Angelegenheit. Es ist eine sociale 
*) The economic lessons of socialism. (The Economic 
Journal, 1895, pag. 343.)
	        
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