121
die Beziehungen zwischen dem Besitzer und dem Besitz
unpersönlicher und lockerer.
Ein belgisches Journal, der Moniteur, schrieb einmal:
„Die alten Leute erinnern sich noch der Zeit, wo nur die
Bewohner von Lüttich und dem Hennegau Kohlenberg -
werksactien besassen. Als zum erstenmal die Flamländer
solche Actien kauften, erregte das allgemeines Erstaunen.
Seit der Zeit hat sich alle Welt diesten Werten zuge
wandt, und die Kohlenpapiere sind im Inland wie im
Ausland courantes Geld. Mit den exotischen Werten ist
es gerade so. Es ist kaum 15 Jahre her, dass das In
land — übrigens ohne Gewinn — die Staats- und Schuld
papiere Südamericas kaufte, die man vorher nur in Ant
werpen kannte und handelte. Andererseits hat sich Ant
werpen dem Handel mit Industriepapieren zugewandt, den
es vorher vollkommen vernachlässigt hatte. An Stelle zweier
verschiedener und häufig einander entgegenarbeitender
Märkte, Antwerpen und Brüssel, haben wir heute nur
noch einen einzigen für belgisches Capital.“
Wenn zwischen die Capitalisten und die Arbeiter, die
für sie arbeiten, ein Director, ein Manager, der selbst
Lohnarbeiter ist und unter dessen Commando die Arbeiter
stehen, tritt, dann hört jedes Zusammenarbeiten, jedej
Zusammenwirken an einem gemeinsamen Werke auf.
Die Trennung des Eigentums und der Arbeit geschieht
ebenso in der Industrie wie in der Landwirtschaft. Der
Actionär als Actionär ist nichts, als ein Geldmann, der
sein Geld mehr oder weniger geschickt, mehr oder weniger
glücklich anlegt. Die Ausbeutung des Menschen durch den
Menschen wird aller Hüllen entkleidet, die sie noch be
deckten, solange der capitalistische Besitzer auch gleich
zeitig Unternehmer war; und wie der sagenhafte Drache
in seiner tiefen Höhle auf dem Rheingold sitzt, so lebt
der passive Capitalist, auf seinen Reichtümern sitzend, in
fernen Gegenden, unbeweglich und immer in Furcht vor