Full text : Die Entwickelung zum Socialismus

die  Berge  wieder  aufforsten  und  überwachen  die  Wälder
der  Privatpersonen  ;  sie  fabricieren  Porcellan  in  Sèvres
und  Teppiche  in  Gobelin  ;  durch  die  Zölle,  die  Gefälle
und  die  an  begünstigte  Industrieen  gezahlten  Prämien
bestimmen  sie  die  Arbeitsteilung  in  allen  Zweigen  der
Production.“*)
Und  zur  höchsten  Leitung  aller  dieser  vielen  Dienste,
die  thatsächlich  von  sachkundigen,  aber  unverantwortlichen ­
  Beamten  dirigiert  werden,  wählt  man  eine  gewisse
Zahl  von  verantwortlichen,  aber  nicht  sachkundigen
Politikern.
Während  die  Leitung  der  privaten  Eisenbahngesellschaften ­
  ein  Lebensberuf  ist,  und  während  eigentlich  selbstverständlich ­
  wäre,  an  die  Spitze  der  Staatseisenbahnen
Ingenieure,  Techniker,  kurzum  Fachmänner  zu  setzen,  die
der  Politik  fern  stehen,  macht  man  es  in  der  That  so,  dass
man  in  irgend  einer  Provinz  Advocaten,  Politiker  aussucht,
die  keinen  anderen  Anspruch  auf  die  Leitung  der  Staatsmaschine ­
  haben,  als  etwa  die  Dienste,  die  sie  ihrer  Partei
leisteten.
Derselbe  Minister  lenkt  manchmal,  wie  es  z.  B.  in
Belgien  bei  Vandenpeereboom  der  Fall  war,  die  Eisenbahnen ­
  und  den  Staatskarren.
Wenn  er  eine  politische  Niederlage  erleidet,  dann  verzichtet ­
  er  gleichzeitig  auch  auf  seine  technische  Function  ;
aber  gerade  diese  Vermischung,  diese  Unzuständigkeit  und
Unstetigkeit  der  Minister,  dieses  Ragout  von  widersprechenden ­
  und  unvereinbaren  Functionen  liefert  den
liberalen  [Nationalökonomen  den  besten  ihrer  Gründe  gegen
dön  Socialismus.
Ganz  nach  dem  beliebten  Beispiel  der  Spartaner  mit
dem  betrunkenen  Heloten  verweist  man  uns  auf  den
Bourgeoisstaat  mit  seinem  bureaukratischen  Parasitismus,
seiner  überstiegenen  Centralisation,  seiner  chicanösen
*)  De  Laveleye  in  der  Revue  des  Deux  Mondes  vom
15.  December  1882.
            
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