Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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mehr zum Staatsmonopol werden ? Warum ahmt man 
nicht das Beispiel der schweizerischen Regierung nach, 
die sowohl in einem Project für die Errichtung einer 
Nationalbank, ßlsiauch in dem Gesetz^über die Organisation 
der 1898 zurückgekauften Eisenbahnen sorgsam eine 
trennende Schranke zwischen der Politik und der Leitung 
der Staatsbetriebe aufgerichtet hat ? 
Die Verwaltung der schweizerischen Eisenbahnen steht 
in der That der politischen Centralgewalt vollständig unab 
hängig gegenüber. Die Mitglieder des Directionsrates 
werden zum Teil vom Bundesrat, zum Teil vom Nationalrat 
und zum Teil von den verschiedenen Cantonen ernannt. 
Ihre Functionen sind unvereinbar mit politischen und 
administrativen Functionen. Sie sind unpolitische Berufs 
männer, anstatt berufsmässige Politiker zu sein.*) 
Dasselbe System der Selbständigkeit in der Verwal 
tung hat in den meisten englischen Colonicen Australiens 
bei den Eisenbahnen,**) in den Vereinigten Staaten bei 
den Arbeitsämtern und dem öffentlichen Unterricht,***) 
in Belgien bei der Sparcasse und den communalen Credit-' 
anstalten — Staatsinstituten, aber mit dem Rechte von 
juristischen Personen ausgestattet und von den reinen 
Staatsanstalten unterschieden —, in England auf dem Ge 
biete der Stadtverwaltung, bei den Schulämtern, den Ge 
sundheitsräten u. s. w., u s. w.,f) ausgezeichnete Erfolge 
gehabt. 
Wenn man dieses System auf alle öffentlichen Dienste 
ausdehnen würde, dann würde man auch eine Unzahl von 
Missständen abschaffen, die aus der Unzuständigkeit und 
*) Botschaft des Bunderraths vom 25. März 1897. Capitel V 
Organisation der Staatsbahnen, pag. 141—154. 
**) W. M. Acworth: Governement railways in a democratic 
state. (Economie journal, December 1892.) 
***) De Laveleye: Le gouvernement dans la démocratie. 
(Paris, Alcan, 1891) II, pag. 121. 
f) Vauthier: Le gouvernement local de l’Angleterre, 
(Paris, Rousseau, 1895) Cap. VII u. IX.
	        
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