Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

í65 
zu beschäftigen, — arbeitet dagegen in erster Linie für 
die ihr angeschlossenen Familien und strebt, wenn sie 
ihrem Principe treu bleibt, viel weniger die Schaffung von 
Dividenden als die Production eines Maximums von Vor 
teilen für ihre Mitglieder an. 
Man verallgemeinere diesen Associationstypus und 
man hat, wenn auch sehr unvollkommen und rudimentär, 
eine Idee davon, was die socialistische Wirtschaftsordnung 
sein würde, oder was sie vielmehr sein könnte. 
Es wäre gewiss höchst lächerlich, in diesen zarten 
Embryonen, die den Mutterschoss des Capitalismos noch 
nicht verlassen haben, die noch in ihrer Structur und 
Existenz vom Capitalismos abhängen, das verkleinerte Ab 
bild der zukünftigen Welt zu sehen. Wir glauben aber 
doch, das beste Mittel, die socialistische Productionsweise 
in begreiflicher und concrete: Weise zu erfassen, ist dieses, 
dass man ihre Vorspiele in der heutigen Ordnung, so 
unvollkommen sie auch sein mögen, als Anknüpfungs- 
puncte nimmt; man eliminiere nur in Gedanken alle capi- 
talistischen Ueberbleibsel, die ihnen noch anhaften und 
stelle sich — beispielsweise nach dem Muster der grossen 
belgischen Genossenschaften — eine riesige Cooperativ- 
genossenschaft vor, der alle Bürger eines Landes ange 
hören oder die auf einem mehr oder weniger grossen 
Gebiete alle Arbeitsmittel, zum mindesten die Arbeitsmittel 
in den grossen Industrieen, als Gemeineigentum besitzt; 
eine Genossenschaft, in der alle Mitglieder, gleichzeitig 
Producenten und Consumenten, ihre geistige und körper 
liche Arbeit zur Verfügung stellen würden, in der sie 
direct oder indirect ihre Verwalter oder Leiter wählen 
und alle Gebrauchsgegenstände zur Befriedigung ihrer 
Bedürfnisse herstellen würden. 
In einer derartigen Gesellschaft würde nach unseren 
Gegnern und Kritikern die Verteilung dasjenige Pro 
blem sein, dessen Schwierigkeiten sich schon aus dem
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.