Full text: Die Entwickelung zum Socialismus

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kosten in Paris 60 Mal mehr als am Productionsorte ; 
das Liter südfranzösischen Weines bringt dem Weinberg 
besitzer 15 Centimes ein und kostet beim Weinhändler 
70 oder 80 Centimes.*) Noch unlängst konnte man im 
Economiste Français lesen, dass der Preis von 50 Kilo 
Kaffee, der 1893 103 F raneen betrug, 1899 auf 39 Francen 
gesunken sei; diese Preissenkung um zwei Drittel hat 
aber nicht den mindesten Einfluss auf die Gestaltung 
des Detailpreises gehabt; einzig und allein die Zwischen 
händler haben daran profitiert. „Der brasilianische Kaffee, 
der in Frankreich mit allen Lasten auf nicht mehr als 
2,50 Francs zu stehen kommt, wird im Kleinverkauf mit 
4—5 Francen verkauft und dabei ist seine Reinheit nicht 
einmal gesichert. Der Verdienst der Zwischenhändler ver 
teuert diesen Artikel mehr als der Fiscus.“**) 
Und trotz diesem, für die Kundschaft so drückenden 
Verdienste, sind die Kleinhändler so zahlreich, dass be 
sonders in den vom Grosshandel occupierten Branchen 
Tausende von ihnen an der Schwelle des Bankrotts stehen. 
Ganz recht sagt Gide: „Wenn jeder Bäcker nur einen 
Sack Mehl pro Tag verbackt und von diesem Sack leben, 
sein Logis, seine Steuern, seine Gesellen bezahlen muss, 
dann muss er notwendigerweise den Preis jedes Brotes 
aufschlagen und kann dabei doch nur ein elendes Leben 
führen. Das beweist, dass der Mechanismus Schäden in 
sich trägt und rechtfertigt die strenge Verurteilung, die die 
Socialisten der phalansterischen Schule schon gegen die 
unnötige Menge der Kleinhändler aussprachen.“ „Der 
Handel,“ so sagt Considérant, „ist nur nützlich, wenn er 
dem Bedürfnis der Production und der Consumtion dient; 
er muss der Handlanger der beiden anderen Berufs 
zweige sein. ... Er spielt eine untergeordnete Rolle. 
*) Gide: La coopération (Paris, Larose, 1900) pag. 284. 
**) Ueber das Verhältnis von Grosspreisen zu Detailpreisen 
vergl. Newman: Wholesale and retail prices (Economic 
Journal, September 1897).
	        
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