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bayrische Müller gegen die Berücksichtigung der Petitionen.
Die Gründe, die für und gegen die bestehende Mühlenbesteuerung
vorgebracht wurden, waren im wesentlichen dieselben,
wie sie schon bei der Beratung der Steuergesetze
angeführt worden waren. Besonders wiesen die Verteidiger
der Walzmühle auf die bedeutende Steuerüberbürdung hin,
die bei der stetigen Zunahme der Produktion eine unerträgliche
Höhe erreichen würde. Die Hartgries- und Graupenfabrikation,
die durch die Umsatzsteuer gar nicht getroffen
werden sollte, sei beim Vermahlungsquantum mit eingerechnet
worden; die Mühle verwende in steigendem Mass
inländisches Getreide und verkaufe das Mehl nicht billiger
wie manche norddeutsche Grossmühle; die mächtige Konkurrenz
mache es auch unmöglich, die Steuer durch Steigerung
der Mehlpreise herauszuschlagen.
Im Landtag!) wurde nach langer Debatte über die
genannte Petition zur Tagesordnung übergegangen. 2)
Wie dem auch sein mag, mag die Walzmühle künftig
nach dem Ertrag oder nach dem Umsatz besteuert
werden 3), so viel ist sicher, dass die Besteuerung nichts
nützen kann, so lange nicht im ganzen deutschen
Zollgebiet eine derartige Steuer angenommen wird. Das
Vorgehen eines einzigen Bundesstaates hat gar keinen
Zweck; im Gegenteil, es schädigt blos die einheimische
Industrie zu gunsten der ausserbundesstaatlichen.
Tatsächlich hat sich die Lage der kleineren Mühlen
(trotz ihrer geringen Besteuerung) keineswegs gebessert.
Die Klagen sind dieselben wie vor der Steuerreform, dass
!) Landtagsverhandlungeii. Abg.-Kaimiier 299. Sitzung (Referent
Abg. R e e b).
2) Vom Minister wurde jedoch betont,* dass die Besteuerung nach
dem Umsatz blos für die letzte Finanzperiode gelte, während für jede
folgende von neuem die Frage geprüft werden müsste, ob nach Ertrag
oder Umsatz die Steuer normiert werden solle.
8) Nach einer Mitteilung der Frkft. Ztg. und der Hk. v. Überbayern
(Augsb. Abdztg. 14 Apr. 1904) ist für die laufende Steuerperiode
der Ertrag zu gründe gelegt, was mit der im Stat. Bur. 190B gegebenen
ersten Veranlagung allerdings nicht im Einklang steht.