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Staaten so verschieden, dass ein Zusammengehen der Staaten
zum Schutze der kleineren Mühlen gegen die Grossmühlen
sehr erschwert ist, und alle Versuche, in dieser Hinsicht
etwas zu erreichen, bis jetzt kläglich gescheitert sind. So
in der Frage der Einführung des Identitätsnachweises bei
Getreide, i) und insbesondere in der wichtigsten Frage, der
Tarifierung von Mehl und Getreide. 2) Dass in diesen Fragen
zwischen den Bundesstaaten so geringe Einmütigkeit, resp.
Interessengemeinschaft herrscht, ist um so mehr zu bedauern,
da es gerade in der Mühlenindustrie den kleinen
Betrieben sehr schwer fällt, aus eigener Kraft der Alles
verschlingenden Grossindustrie gegenüber sich zu helfen. 3)
Denn es gibt wenig Gewerbe, wo die Grossindustrie dem
Kleingewerbe gegenüber so enorme Vorteile hat als im
Mühlengewerbe.
Aus diesem Grunde ist es auch sehr zweifelhaft, ob
der Verfall der kleineren Mühlen, der schon so betrübliche
Dimensionen angenommen hat, sich überhaupt durch steuerliche
Massregeln aufhalten liesse, 'selbst wenn im ganzen
Reiche die nämliche Mühlenbesteuerung bestünde.
1) Prinz Ludwig in der R. R.-Sitzung vom 18. Mai p. 288.
2) Ein von der bayr. Regierung eingebrachter Antrag wurde abgelebnt.
8) Nach einer Berechnung von Rieh. Cal wer liefert kein Zweig
der Industrie so schlechte Erträge als die Müllerei. Der Durchschnittsertrag
war darnach im J. 1900 noch 5,29 i. .7. 1901 nur mehr H,09*^/o
im J. 1902 gar blos 1,47 ^/o-Vgl.
bes. .Tahresber. d. bayr. Fabrik- und Gewerbeinspektoreu
(für 1901).