Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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106  XXV  1.
Darum  machte  sie  auf  Trinidad  die  Vergebung  von  Land  von
der  Bedingung  abhängig,  dafs  die  Kultivierung  nicht  von
frisch  importierten  Negern  ausgeführt  würde.  Dem
afrikanischen  Sklavenhandel  dorthin  war  damit  der  Anreiz
genommen,  wennschon  er  erlaubt  blieb.
Die  Wirkung  dieser  Einfuhrerschwerung  war  nicht  die
erwünschte.  Der  Import  in  die  neuerworbenen  Gebiete  hörte
nicht  auf,  wie  folgende  Tabelle  (Southey  III,  S.  249)  bekundet,
die  sich  auf  die  Sklavenbevölkerung  im  Durchschnitt  der
beiden  letzten  Jahre  des  englischen  Negerhandels  bezieht.

Zahl  der
Neger-Importe

Zahl  der*
Neger-Exporte

Nach  Jamaika  .
„  Barbadoes  .
„  Antigua  .
„  Grenada  .
„  St.  Vincent
„  Bahamas  .
Trinidad  .
„  Eroberte  Gebiete
Totaler  Sklavenhandel

7662
1050
436
1037
1540
2523
4616
7114
28355

2402
28
100
2
2230
33
5212

Den  gröfsten  Import  hatten  also  die  eroberten  Inseln  !
In  ziemlichem  Abstande  folgte  Jamaica,  auf  welchem  nach
Abzug  der  Rückexporte  nur  5260  Sklaven  verblieben.  Unmittelbar ­
  dahinter  folgte  Trinidad,  während  die  übrigen
britischen  Inseln  mit  geringen  Zahlen  am  Import  beteiligt
waren.  Die  Bahamainseln  können  nur  als  Umschlagsplätze
in  Betracht  kommen,  da  fast  sämtliche  Neger  das  Land  wieder
verliefsen.  Insgesamt  gingen  von_J^^=  23  143  nach  Britisch-Westindien
  eingeführten  Sklaven  11700,  d.  h.  über  die  Hälfte,
nach  Trinidad  oder  in  die  eroberten  Inseln  !  Das  bedeutete,
dafs  der  Sklavenhandel,  soweit  er  damals  noch  bestand,  mehr
zum  Nachteil  als  zum  Vorteil  der  älteren  Kolonien  geführt
wurde  !
Dies  Verhältnis  gestaltete  sich  noch  bedenklicher,  wenn
man  die  Qualität  der  in  die  verschiedenen  Gebiete  importierten
Sklaven  berücksichtigt.  Ein  sehr  erheblicher  Teil  der  in  die
neuen  Kolonien  geleiteten  Importe  bestand  aus  arbeitskundigen,
akklimatisierten,  friedfertigen  „seasoned“  Negern,  die  aus  den
benachbarten  älteren  Inseln  herbeigeschafft  waren.  Dem
Spekulanten,  der  auf  Trinidad  neues  Land  kultivieren  wollte,
war  es  ja  durch  die  Verfügung  von  1802  verwehrt,  direkt  aus
Afrika  zu  diesem  Zwecke  seinen  Bedarf  zu  beziehen.  Aufserdem
verhinderte  ihn  hieran  der  Umstand,  dafs  zur  Anlage  neuer  Plantagen ­
  frisch  aus  Afrika  importierte  Halbwilde  allein  schlechterdings ­
  nicht  zu  gebrauchen  waren,  sondern  mit  „seasoned“
            
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