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Negern, welche die Arbeit verstanden, vermischt werden
mufsten (Brougham IV, S. 465). Aus den älteren Inseln fand
somit ein starker Export von akklimatisierten Negern und
zu deren Ersatz ein Import von afrikanischen Sklaven statt.
Durch diesen Austausch erlitt aber die soziale Skruktur des
älteren Britisch-Westindiens eine sehr ungünstige Verschiebung.
An Stelle seines arbeitstüchtigen „seasoned“ Sklavenstammes
traten untaugliche, aufsässige, höchst gefährliche Elemente (ibid.
S. 421 ff. ). Welche Gefahren damit über die alten Inseln
herauf beschworen wurden, wird gleich im folgenden Teile geschildert
werden. Die Verfügung von 1802 hatte also deren
Stellung eher verschlechtert, als verbessert. —
Die Mifsstände waren denn auch zu schreiende, als dais
nicht sofort eine Fülle von Verbesserungsvorschlägen verlautbar
wurden. Dafs es in der bisherigen Weise nicht weiter
gehen konnte, wurde von keiner Partei bestritten. Die Aboli
tionisten wünschten Handelsbeschränkungen aus allgemein
menschlichen Gründen, die älteren Zuckerpflanzer aus Konkurrenzneid
gegen Trinidad. Heifssporne verlangten sofortige,
allgemeine Emanzipation. Unausführbar wäre der von Brougham
(IV, sect. I) erörterte Vorschlag gewesen, die noch unbesiedelten
Gebiete künftighin nur noch durch „freie“, aus
Afrika eingeführte und gegen Geld- oder Naturallohn besoldete
Neger bewirtschaften zu lassen. Man hoffte zwar so
die Gefahren, die von importierten, unter der Sklaverei
schmachtenden Negerbanden drohten, zu verringern, und trotzdem
die Naturschätze Trinidads auszubeuten. Doch stand dem
die Beobachtung entgegen, dafs der „freie“ Neger zu träge war,
gegen Lohn zu arbeiten. Die Methode, die Afrikaner zuerst
in die alten Inseln zu führen, sie dort anzulernen, zu akklimatisieren
und dann nach einiger Zeit in die neu erworbenen
Gebiete zu exportieren, war ebenfalls nicht angängig, weil es
erstens zu grausam war, einen „seasoned“ Neger abermals zu
exportieren (der Rückexport kam gleich nach der Todesstrafe),
und weil zweitens dadurch die Negerarbeit auf den neuen
Plantagen so verteuert wurde, dafs sie „would effectually
disable the planter from entering into competition with his
brethren in the old colonies“, abgesehen von der Unmöglichkeit,
einen Schmuggelhandel zwischen Trinidad und Afrika zu verhindern
(Brougham, S. 421).
Geradezu komisch nimmt sich die von Vertretern der
älteren Inseln stammende Ansicht aus (z. B. Mr. Ellis, 13. Juni
1804, H. o. c.): Sie fanden den Sklavenhandel, den sie bisher
so eifrig verteidigt hatten, plötzlich unmoralisch! „An sich
sei er ein Übel, das bekämpft werden müsse, und dessen Ausbreitung
die Regierung keinesfalls gestatten dürfe. Nur für
diejenigen Inseln, die ihn bereits seit längerem betrieben und
deren Wirtschaft auf ihn zugeschnitten sei, wäre er historisch