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Juni 1796 gelang. Ende 1796 revoltierten auf Jamaika, während
von draufsen her die Franzosen ihre Angriffe unternahmen, die
unabhängigen, im Innern wohnenden Maroonen, d. s. verwilderte
Negersklaven (Bridges II, 8. 210 ff.). Gegen sie muiste ein regelrechter
Feldzug geführt werden, der 500000 & kostete. Die
Engländer schreckten nicht vor den barbarischsten Mi# •’
zurück. Nach alter spanischer Art wurden Bluthunde-Was
Cuba besorgt und auf die Aufständischen gehetzt. Der
Ernst der Lage liefs freilich keine Wahl in den Mitteln.
Man fürchtete für Jamaica dasselbe Schicksal wie das Domingos.
„Every church, every house resounded with a fearful
litany : Save us from the example of St. Domingo and
from the daggers of our slaves!“ (Bridges, II, S. 211.) In
einer Petition der Pflanzer von Jamaica 1792 flehten sie
den König an : „If you will not relieve us from the calamities
of our commercial ruin, save us at least from the knives
of our slaves!“ (Bridges, II, S. 214.) 1798 fand unter dem
Häuptling Cuffey eine Insurrektion statt, die leichter niedergeschlagen
wurde.
Erhöhte Wichtigkeit kam diesen Aufständen dadurch zu,
dafs sie von den europäischen Feinden in jeder Weise unterstützt
wurden. Es war von jeher in jedem Kriege eine beliebte
Praxis gewesen, dafs eine Kolonie der andern feindlichen
durch Aufwiegelung der Sklaven den Untergang zu bereiten
suchte. Auch jetzt versah England die Aufständischen auf
Domingo und Guadeloupe mit Pulver und Blei (Roloff, S. 155).
Frankreich rächte sich auf genau dieselbe Art; Guadeloupe
hatte es ja auf diese Weise den Engländern wieder abgejagt.
Durch die vereinigten Angriffe der Maroonen im Innern und
der Franzosen von aulsen kam Jamaika 1796 in ein höchst
kritische Lage, deren Ernst von der Londoner Regierung
keineswegs verkannt wurde, wie aus der Korrespondenz des
Staatssekretariats mit den westindischen Gouverneuren hervorgeht
(Lord Parsons, H. o. C., 7. Juni 1804).
Die Verteidigungsmittel der Inseln waren nie allzustark
gewesen. Mehrmals stellte sich die Notwendigkeit heraus,
mangels europäischer Truppen Negersklaven, denen dafür die
Freiheit versprochen wurde, zu bewaffnen und zum Sicherheitsdienst
heranzuziehen. So sollten 1798 auf Jamaica fünf Negerregimenter
an Stelle von weifsen Soldaten, die das Klima nicht
vertragen konnten, ausgehoben werden. Die gesetzgebenden
Versammlungen von Jamaika und Barbadoes protestierten heftig
dagegen (Bridges II, S. 243). Aus Furcht vor derselben Gefahr,
mit Negern überschwemmt zu werden, hatten sie kurz
zuvor nicht einmal die mit ihren Sklaven flüchtenden französischen
Pflanzer, die Englands Partei ergriffen hatten, zugelassen;
wieviel weniger die Bewaffnung so vieler Neger!
Lieber erboten sie sich, 2000 weifse Soldaten aus eigener