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jedem Seekriege um ebensoviele ausgebildete und seetüchtige
Mannschaften. Überhaupt fügte er sich trefflich in das mer-
kantilistische Handelssystem ein. Für jeden in das Ausland
verkauften Sklaven flofs, da meist bar für ihn bezahlt wurde,
eine entsprechende Menge Edelmetall nach England und hob
dessen „aktive Handelsbilanz“. Seit 1793 mehrten sich freilich
anderseits die Bedenken, ob nicht der Handel nur noch in
privatwirtschaftlichem Sinne, aber nicht mehr in volkswirt
schaftlichem , als vorteilhaft bezeichnet werden könnte. Er
führte nämlich den ausländischen Kolonien billige Arbeitskräfte
zu und verstärkte deren Konkurrenzkraft. Aufserdem soll er
wegen der hohen Sterblichkeit der Matrosen auf der Fahrt
von Afrika nach Amerika wieder äufserst schädlich für die
britische Marine gewesen sei. Hierüber wird später im fünften
Kapitel berichtet werden.
Für die englische Manufakturindustrie hatte der afrika
nische Handel insofern eine Bedeutung, als er allerlei Erzeug
nissen des Gewerbefleifses Absatzgelegenheit gab. Über den
Wert dieser Exporte lassen sich runde Angaben schlechter
dings nicht machen. Der Exportwert hing gänzlich von den
Konjunkturen in Westindien, insbesondere von der Lage des
britischen Zuckermarktes, der die Nachfrage nach Sklaven
beherrschte, ab. Auch schwankten die Angaben, je nachdem
sie von Freunden oder Gegnern des Handels herrührten.
400000 und 900 000 j£' scheinen die untere und obere
Grenze gewesen zu sein. Blake (S. 108) veranschlagt ihn im
Jahre 1790 wohl ziemlich richtig auf 800 000 j£, Clarkson
(Impolicy II, S. 112 ff.) auf ebensoviel, und selbst Mr. Tarleton,
sein heftiger Gegner, nennt keine gröfsere Zahl (18. I. 1791,
H. o. C.). Edwards (I, c. II) schätzt ihn um 1787 auf
0—700000 g, Wilberforce (18. IV. 1791) auf 4—500 000 #,
Ramsay auf 500000, Mr. Smith (19. IV. 1791) auf durch
schnittlich ebensoviel, wovon aber 140000 & auf den Ein
tausch anderer Waren als Neger abzuziehen sein. Der Report
1789 (IV, Tab. 1) gibt den Wert der aus England nach Afrika
verschifften Güter an für das Jahr
1783 auf £ 214318
1784 „ „ 103973
1785 „ 174540
1780 „ „ 305080
1787 ,, „ 200002,
wozu noch ostindische, venetianische u. a. Güter kommen.
Diese Exportwaren stammten zumeist aus Manchester, das
1788 für 180000 £ ausführte (Report 1789, IV, Tab. 3,
Mr. Taylor). Birmingham und die übrigen Städte kamen dem
gegenüber kaum in Betracht (Clarkson, Impolicy, S. 121).
Es wurden Eisen waren, Messer, Flinten, Schiefspulver, Töpfe
und sonstige Gefäfse aus Kupfer, Zinn, Blei und Messing an