Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

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XXV  1.

jedem  Seekriege  um  ebensoviele  ausgebildete  und  seetüchtige
Mannschaften.  Überhaupt  fügte  er  sich  trefflich  in  das  merkantilistische
  Handelssystem  ein.  Für  jeden  in  das  Ausland
verkauften  Sklaven  flofs,  da  meist  bar  für  ihn  bezahlt  wurde,
eine  entsprechende  Menge  Edelmetall  nach  England  und  hob
dessen  „aktive  Handelsbilanz“.  Seit  1793  mehrten  sich  freilich
anderseits  die  Bedenken,  ob  nicht  der  Handel  nur  noch  in
privatwirtschaftlichem  Sinne,  aber  nicht  mehr  in  volkswirtschaftlichem ­
  ,  als  vorteilhaft  bezeichnet  werden  könnte.  Er
führte  nämlich  den  ausländischen  Kolonien  billige  Arbeitskräfte
zu  und  verstärkte  deren  Konkurrenzkraft.  Aufserdem  soll  er
wegen  der  hohen  Sterblichkeit  der  Matrosen  auf  der  Fahrt
von  Afrika  nach  Amerika  wieder  äufserst  schädlich  für  die
britische  Marine  gewesen  sei.  Hierüber  wird  später  im  fünften
Kapitel  berichtet  werden.
Für  die  englische  Manufakturindustrie  hatte  der  afrikanische ­
  Handel  insofern  eine  Bedeutung,  als  er  allerlei  Erzeugnissen ­
  des  Gewerbefleifses  Absatzgelegenheit  gab.  Über  den
Wert  dieser  Exporte  lassen  sich  runde  Angaben  schlechterdings ­
  nicht  machen.  Der  Exportwert  hing  gänzlich  von  den
Konjunkturen  in  Westindien,  insbesondere  von  der  Lage  des
britischen  Zuckermarktes,  der  die  Nachfrage  nach  Sklaven
beherrschte,  ab.  Auch  schwankten  die  Angaben,  je  nachdem
sie  von  Freunden  oder  Gegnern  des  Handels  herrührten.
400000  und  900  000  j£'  scheinen  die  untere  und  obere
Grenze  gewesen  zu  sein.  Blake  (S.  108)  veranschlagt  ihn  im
Jahre  1790  wohl  ziemlich  richtig  auf  800  000  j£,  Clarkson
(Impolicy  II,  S.  112  ff.)  auf  ebensoviel,  und  selbst  Mr.  Tarleton,
sein  heftiger  Gegner,  nennt  keine  gröfsere  Zahl  (18.  I.  1791,
H.  o.  C.).  Edwards  (I,  c.  II)  schätzt  ihn  um  1787  auf
0—700000  g,  Wilberforce  (18.  IV.  1791)  auf  4—500  000  #,
Ramsay  auf  500000,  Mr.  Smith  (19.  IV.  1791)  auf  durchschnittlich ­
  ebensoviel,  wovon  aber  140000  &  auf  den  Eintausch ­
  anderer  Waren  als  Neger  abzuziehen  sein.  Der  Report
1789  (IV,  Tab.  1)  gibt  den  Wert  der  aus  England  nach  Afrika
verschifften  Güter  an  für  das  Jahr
1783  auf  £  214318
1784  „  „  103973
1785  „  174540
1780  „  „  305080
1787  ,,  „  200002,
wozu  noch  ostindische,  venetianische  u.  a.  Güter  kommen.
Diese  Exportwaren  stammten  zumeist  aus  Manchester,  das
1788  für  180000  £  ausführte  (Report  1789,  IV,  Tab.  3,
Mr.  Taylor).  Birmingham  und  die  übrigen  Städte  kamen  demgegenüber ­
  kaum  in  Betracht  (Clarkson,  Impolicy,  S.  121).
Es  wurden  Eisen  waren,  Messer,  Flinten,  Schiefspulver,  Töpfe
und  sonstige  Gefäfse  aus  Kupfer,  Zinn,  Blei  und  Messing  an
            
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