Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

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and  the  rights  of  men!“  Sein  Antrag  wurde  schlechthin  abgelehnt. ­
  Im  Juni  1783  wurde  den  Quäkern  auf  ihren  erneuten
Antrag  derselbe  Bescheid  zuteil:  „Der  Sklavenhandel  sei  gegenwärtig ­
  für  jede  europäische  Nation  notwendig!“
Da  traten  im  Juli  1783,  nachdem  G.  Sharp  noch  die
Schandtat  eines  Schilfskapitäns  ans  Tageslicht  gezogen  hatte,
der  aus  gemeinster  Habsucht  132  kranke  Neger  hatte  über
Bord  werfen  lassen,  sechs  Quäker  zusammen  und  gründeten
das  erste  englische  Abolitionskomitee.  1784  wurde  von  Bridgewater
  dem  Unterhause  eine  Petition  eingereicht,  die  verworfen
wurde,  „weil  die  Abolition  die  westindischen  Kolonien  ruinieren
müfste“.  Die  zur  parlamentarischen  Behandlung  der  Frage
geeignete  Zeit  war  noch  nicht  gekommen.
Sie  kam  erst,  als  Thomas  Clarkson  und  Wilberforce  auf
dem  Plan  erschienen.  Ideale  Begeisterung  für  die  Freiheit
ihrer  Mitmenschen  verbanden  jene  beiden  Männer  mit  seltenem
Scharfblick  für  das  praktisch  Erreichbare.
Clarkson,  ein  24jähriger  Kandidat  der  Theologie,  hatte
kurz  zuvor  eine  lateinische  Preisschrift  der  Universität  Cambridge ­
  über  das  Thema:  „Anne  liceat  invitos  in  servitutem
dare?“  gewonnen.  Sein  Eifer  führte  ihn  nach  London,  zum
Studium  aller  für  den  Sklavenhandel  einschlägigen  Verhältnisse. ­
  Dort  wunderte  er  von  Schiff  zu  Schiff,  verschaffte  sich
Abschriften  von  den  Anmusterungsrollen  der  Afrikafahrer  und
versäumte  keine  Gelegenheit,  sich  auf  das  eingehendste  über
alle  Einzelheiten  des  Sklavenhandels  zu  unterrichten.  Um  dieselbe ­
  Zeit  machte  er  die  bedeutungsvolle  Bekanntschaft  mit
Wilberforce,  einem  Mitgliede  des  Unterhauses  und  Jugendfreunde ­
  William  Pitts.  Wesentlich  auf  ihr  Betreiben  hin
bildete  sich  am  22.  Mai  1787  ein  neues  Komitee,  aus  12  Personen, ­
  zumeist  Quäkern  bestehend,  mit  G.  Charp  an  der  Spitze.
Sein  Zweck  hätte  wie  derjenige  der  früheren  Gesellschaften
ganz  allgemein  die  Verbesserung  der  Lage  der  Neger  sein
können,  wobei  zwei  Feinde  zu  bekämpfen  gewesen  wären:
die  Sklaverei  und  der  Sklavenhandel.  So  wünschenswert  es
erschien,  sich  gegen  beide  zugleich  zu  wenden,  so  erkannte
das  Komitee  doch  sofort,  dafs  dazu  seine  Kräfte  nicht  ausreichten. ­
  Gerade  in  der  Beschränkung  auf  den  Kampf  gegen
den  Sklavenhandel  zeigte  sich  hier  der  Meister.  Nur  für
diesen  stand  dem  Mutterlande  unstreitig  das  Recht  zu,  ihn  zu
verbieten,  während  bei  der  Abschaffung  der  Sklaverei  die
kolonialen  Gesetzgebungen  ein  Wort  mitzureden  hatten,  und
die  Zuständigkeit  des  Mutterlandes  angezweifelt  werden  konnte.
Einem  Konflikt  mit  den  Kolonien  ging  man  aber  seit  dem
Abfall  Nordamerikas  ängstlich  aus  dem  Wege.
Diesem  Abolitionskomitee  ist  es  zu  danken,  dafs  die  Frage
des  Menschenhandels  im  britischen  Parlament  zur  Diskussion
gestellt  und  bis  zu  seiner  Abschaffung  nicht  wieder  von  der
            
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