Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

29

und  die  Händler  sich  verpflichten,  nicht  an  fremde  Mächte  zu
liefern.  —
Der  für  die  eigenen  Kolonien  geführte  britische
Sklavenhandel  wurde  durch  dies  Verbot  nicht  betroffen.  Auch
gegen  ihn  war  es  Fox  Vorbehalten,  den  entscheidenden  Streich
zu  führen.  Am  10.  Juni  180(3  beantragte  er  nach  einer  meisterhaften ­
  Rede  folgende  Resolution  im  Unterhäuser  „That  this
house  considering  the  African  slave  trade  to  be  contrary  to
the  principles  of  justice,  humanity  and  policy,  will,  with  all
practicable  expedition,  take  effectual  measures  for  the  abolition
of  the  said  trade,  in  such  a  manner,  and  at  such  a  period,  as
may  be  deemed  advisable.“  Die  Resolution  wurde  von  beiden
Häusern,  obschon  unter  heftigen  Protesten  der  Gegner,  mit
grofser  Majorität  angenommen.  Jetzt  war  es  sicher,  dafs  der
ganze  Handel  dem  Untergange  geweiht  war.  Da  man  befürchten ­
  mufste,  dafs  die  Feinde  der  Abolition  die  noch  gestellte ­
  Frist  benützen  würden,  um  neue  Sklavenschiffe  in
Dienst  zu  stellen  und  später  desto  höhere  Entschädigungen
für  die  Abolition  zu  beanspruchen,  wurde  kurz  vor  Schlufs
der  Session  in  Eile  ein  Gesetz  verabschiedet,  welches  die  Indienststellung ­
  neuer  Sklavenschiffe,  welche  nicht  früher,  d.  h.
vor  dem  10.  Juni  1806  dazu  verwendet  worden  waren,  vom
1.  August  1806  ab  untersagte  (46.  Geo.  III,  ch.  119).  Gleichzeitig ­
  wurde  der  König  durch  eine  Adresse  ersucht,  mit  den
auswärtigen  Mächten  über  eine  internationale  Abolition  in
Verhandlungen  zu  treten.
Fox'  frühzeitiger  Tod  im  Oktober  1806  konnte  den  Siegeslauf ­
  nicht  mehr  aufhalten.  Parlament  und  Regierung  waren
sich  bis  auf  wenige  grundsätzliche  Opponenten  endlich  einig
in  der  Frage.  Im  Oberhause  wurde  der  letzte  Schritt  auf
diesem  Wege  getan.  Der  neue  Premierminister  Grenville  legte
ihm  am  2.  Januar  1807  die  letzte  Abolitionsbill  vor,  welche
den  gesamten  britischen  Sklavenhandel,  soweit  er  noch  bestand, ­
  verbot.  Das  Gesetz  fand  zwar  seitens  seiner  alten
Feinde,  die  mit  einer  Insurrektion  Westindiens  drohten,  den
schärfsten  Widerstand,  wurde  aber  schliefslich  mit  unwesentlichen ­
  Änderungen  angenommen.  Am  25.  März  1807  erhielt
es  die  königliche  Bestätigung.  Als  letzter  Landungstermin
für  Sklaven  wurde  der  1.  März  1808  bestimmt  (47.  Geo.  III,
c.  36,  genauer  Text  auch  bei  Southey  III,  S.  387).  Zuwiderhandlungen ­
  wurden  wie  in  dem  Gesetz  von  1806  durch  Geldstrafen, ­
  nur  doppelt  so  hohe,  geahndet.  —
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.