Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

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indischen  Häfen  zulassen,  oder  sollten  dieselben  fortan  als
Fremde  behandelt  und  aus  den  britischen  Häfen  ausgeschlossen
werden?
Diese  wichtige  Frage  beherrschte  damals  die  öffentliche
Meinung  und  übertraf  an  Bedeutung  jede  andere,  z.  B.  die
Abolitionsfrage.  Zwei  Parteien  standen  sich  schroff  gegenüber. ­
  Die  eine,  die  freihändlerisch-westindische,  an  deren
♦Spitze  der  jüngere  Pitt,  Br.  Edwards  und  andere  von  Ad.  Smith
beeinflufste  Wirtschaftspolitiker  standen,  erklärte  eine  wirtschaftliche ­
  Trennung  Westindiens  von  Nordamerika  für  undurchführbar. ­
  Das  britisch  verbliebene  Nordamerika  könnte
für  die  Vereinigten  Staaten  keinen  Ersatz  bieten.  Aus  den
Erfahrungen  des  vergangenen  Krieges  glaubte  sie  die  Lehre
ziehen  zu  müssen,  dafs  die  britischen  Inseln  ohne  die  Zufuhr
nordamerikanischer  Lebensmittel  in  nordamerikanischen  Schiffen
nicht  bestehen  könnten.  Mit  wunderbarem  Scharfsinn  entschied ­
  sich  Pitt  daher  schon  1783  für  den  Freihandel  mit  den
Rebellen,  für  gleiche  Behandlung  ihrer  und  der  englischen  Schiffe
in  den  Häfen  Westindiens.
Seine  Gegner,  die  Anhänger  des  Sperrsystems  (Chalmers,
Lord  Sheffield),  ereiferten  sich  für  die  Anwendung  der  Navigationsakte ­
  auf  die  jetzt  als  Fremde  zu  behandelnden  Vereinigten ­
  Staaten.  Das  Parlament,  das  die  Angelegenheit  nicht
ohne  genaue  Untersuchung  erledigen  zu  können  glaubte,  übergab ­
  1783  die  vorläufige  Entscheidung  darüber  dem  Könige.
Georg  III.  erliefs  am  2.  Juli  1783  eine  Ordre,  wodurch  die
Ein-  und  Ausfuhr  amerikanischer  Produkte  von  und  nach
Westindien  zwar  wieder  gestattet,  aber  ausschließlich  britischen
Schiffen  Vorbehalten  wurde.  Das  bedeutete  also  strikte  Durchführung ­
  der  Cromwellschen  Navigationsakte  und  mufste,  da
der  Verkehr  bisher  fast  gänzlich  in  amerikanischen  Fahrzeugen ­
  geführt  worden  war,  schwere  Erschütterungen  des
britischen  Plantagenbaues  nach  sich  ziehen.
Die  Pflanzer  opponierten  auf  das  schärfste  gegen  die
Ausschliefsung  amerikanischer  Schiffe.  „  We  are  driven  to
the  necessity  of  declaring  that  we  cannot  submit  in  silence  to
be  starved.  We  expect  to  be  restored  ...  to  the  only  alternation ­
  which  can  prevent  it  —  to  that  trade  which  can  alone
afford  a  chance  of  carring  on  our  estates  .  .  .  We  demand
it  as  one  of  the  gifts  of  nature,  to  enable  us  to  avert  impending
i’uin“  (aus  einer  Petition,  erwähnt  bei  Bridges  II,  S.  193).
1784  wurde  auf  Verlangen  der  Pflanzer  die  Streitfrage  einem
Ausschüsse  des  Parlaments  zur  Untersuchung  überwiesen.
Letztere  ergab  einen  genauen  Bericht  über  den  Stand  der
westindischen  und  nordamerikanischen  Handelsbeziehungen
(siehe  Report  on  the  West-Indies,  1784).  Vor  allem  stellte
sie  fest,  dafs  Kanada,  Neuschottland  und  Neufundland  aus
klimatischen  und  sonstigen  Gründen  gar  nicht  daran  denken
            
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